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14. März 2019

Zum Einstieg erst noch ein kurzer Rückblick auf den Tag des letzten Reports: Aleks, aus ebendiesem noch bekannt, wollte gern einen schonenden letzten Angeltag einlegen, ergo etwas Trolling und Light Jigging auf dem Plateau mit idealerweise nicht zu vielen Fischen. Letzteres ging gründlich schief, gleich nach ein paar Minuten gab es auf der Bite Me für ihn diesen Segelfisch zu drillen.

Danach ging es mit weiteren geraisten Sails sowie einer ordentlichen Ladung kleinerer Gamefish weiter, und auch das leichte Jiggen brachte ordentlich Fisch. Stephan schickte aus Denis Island auch nochmal eine Meldung zu sehr ordentlichem Jigging an seinem letzten Tag. Dabei wurde einer dieser ja nicht kleinen Amberjacks von irgendwas genommen.

Der Übeltäter stellte sich nach langem Drill als Hammerhai von ca. 4,5m heraus. Während Stephan nach der Kamera flitze ging alles ganz schnell, und das Ungetüm kappte das 100lb Vorfach. Deshalb gibt es leider nur dieses nicht allzu scharfe Bild. Aber die Dimension dürfte sich zumindest erschliessen, insofern ebenso dass man mit dem Teil nicht baden möchte.

Und der im letzten Report gezeigte, von ihm auf die leichte Slow Pitch gefangene Doggie hatte gepflegte 41kg. Nun aber zu den letzten beiden Wochen. In diesen zeigten sich sowohl das Wetter als auch die Angelei über alle Disziplinen ziemlich erratisch, ohne dass Zusammenhänge herstellbar gewesen wären. Es war also Flexibilität gefragt, wo immer möglich. Ein gutes Beispiel lieferte gleich der 2. März, an dem ich in erster Linie per Light Jigging ein paar Fische für die Küche meines alten Freundes und Mentors fangen wollte. Aber zunächst kam an keinem der Handvoll teils neuen, teils bekannt zuverlässigen Spots auch nur irgendwas Verwertbares zum Vorschein, und erst am Letzten liessen sich noch ein Dutzend passable Fische fangen.

Zum Glück war die Popperrute dabei, und während es von absoluter Windstille aus später völlig unerwarteter Richtung aufbriste, liess sich nach zwei Fehlattacken dieser passable GT ergattern. Leider erweist das GoPro Bild dem wirklich feisten Lümmel nicht die entsprechende Ehre.

Tags drauf ging es bei Windstille mit Mervin (Divinity) und Richard aus Kalifornien zum Drop hinaus. Jigging war angedacht und wurde in der Hitze mangels auftauchender Tune auch zwangsläufig durchgezogen. Um die 40 Fische klingen zwar nicht übel, aber es war rein gar nichts Vernünftiges dabei. Die Collage (zum Vergrössern anklicken) der noch besten Fänge spricht Bände, aber wenigstens sorgten gierige Haie für ein paar ordentliche Drills und Schweissperlen auf Richards Stirn.

In den Tagen danach war es zumeist arg windig, und so hatten sowohl Mervin mit seiner Jigging-Gruppe als auch Greg & Phil mit ihrem zum Glück sehr flexiblen amerikanischen Gast einigermassen zu kämpfen. Letztere fingen beim zwischenzeitlich eingelegten Trolling allerdings immer wieder nette Fische, darunter auch ein paar weitere Sails, die natürlich releast wurden. 

Jigging produzierte zwar immer mal wieder wenn auch nicht spektakuläre, so doch gute Einzelfische, wenn denn in der teils extrem starken Drift von über 3 Knoten überhaupt sinnvoll geangelt werden konnte, aber es war phasenweise auch viel Leerlauf dabei. Mervins Gruppe hatte mal einen Tag mit massiver Doggie-Action, bei der eine Rute zerlegt und eine kleine Saltiga eingeschmolzen wurden, während ein Guter raus kam. Zum Glück war es das Gerät der Gäste. Die Angler bzw. die dahinter stehende Organisation verbat sich die Veröffentlichung jeglicher Fänge und Bilder, insofern gibt es davon leider hier nichts zu sehen. Auch auf der Bite Me ging es beim Jiggen an manchen Tagen besser und an anderen schlechter (Bild zum Vergrössern anklicken).

Nicht immer, aber meistens riss Trolling dann die Dinge für das Boot einigermassen heraus. Dass die Sails in guten Zahlen unterwegs und auch halbwegs bissig waren half natürlich weiter. In zufällig mal ruhigen Bedingungen entstand daraus auch dieses coole Bild von einem Release.

Die reinen Trollingboote fingen ebenfalls mal mehr und mal weniger. Ganz lustig: An einem Tag waren fünf draussen. Vier fingen praktisch nichts, nur Bertrand auf der kleinen YamSing fand passabel Fisch, und darunter auch einen kleinen Black Marlin. Am 09. bin ich mit Andre auf Bite Me Too sowie den deutschen Fliegenfischer-Enthusiasten Moni und Lukas los. Ziel war zunächst ein Segelfisch auf Fliege, und der kam auch schon nach einer halben Stunde an den Teaser, aber bis die Fliege draussen war, verlor er das Interesse, und hatte sich davon gemacht. Zwei Stunden werfen in Starkwind an ufernahen Strukuren brachte aufgrund zu geringer Sinkrate der Schnur nur zwei Fehlbisse. Einer davon war aber so heftig, dass Lukas die Leine nicht halten konnte, und eine ordentliche Brandblase davontrug. Nachmittags wurde dann mit Lures ufernah geschleppt, dabei kamen noch ein paar Fische wie Greater Barrakuda, Garfish, Dorado und dieser Wahoo für Moni herum.

Tags drauf machte Mervins Gruppe einen Tag Pause, so dass sich ein halber Tag Poppern auf GTs für Egon aus Italien einbauen liess. Früh morgens zum Tidenhöchststand sah es erfolgversprechend aus, und prompt liessen sich in den ersten drei Stunden nebst einigen Haien ein halbes Dutzend GTs raisen. Mervin hakte erst einen Grossen, und später einen Kleinen, aber beide kamen irgendwie vom Haken. Hatte die Hoffnung in steigender, zusehends sengender Sonne und stark fallendem Wasserstand schon fast aufgegeben, als Egon doch noch seinen GT an den Haken bekam. Bei 114cm Fork Length sollte so ein Exemplar eigentlich gut über 30kg wiegen, aber dieser war wie auf dem Bild teilweise erkennbar am Rücken und Bauch doch etwas eingefallen, dazu schmal um die Schultern. Wir schätzten um 27kg.

Wesentlich besser sah hingegen dieser aus, der auf der Bite Me im Süden von Phil gefangen wurde. Der aktuelle kleine Trend, dass die Biester momentan dort normal bis fett und im Westen eher mager sind, setzt sich offenbar fort. 

Insgesamt war die Popperei also ganz ordentlich, aber leider auch nicht zu 100% zuverlässig. Am 12. bin ich mit Andre und dem erwähnten Richard nachmittags auf Bite Me Too los, um einen zu fangen, aber wir bissen uns trotz 5 Stunden intensivster Anstrengung in allerdings zu viel Wind und Welle die Zähne aus. Ein Fehlbiss und zwei Sichtungen waren der ganze magere Lohn. Das tat mir wirklich leid für den unheimlich netten Richard, der ja um die halbe Welt hierher gereist war, um bei zwei Touren zwei mal Pech zu haben. Wir einigten uns darauf, dass er zwar nun weiss, wie wir hier fischen, aber um rauszufinden was wir fangen muss er einfach nochmal wiederkommen. Greg bekam auf einer Halbtagstour gestern Morgen nichtmal einen GT zu sehen, nur ein paar Haie liessen sich blicken.  Mein Fliegenfischen lag aufgrund des meist untauglichen Wetters sowie einiger angelfremder Verpflichtungen fast komplett brach. Bin nur zwei mal eher kurz los, das brachte ohne Sichtungen von irgendetwas Besserem lediglich die üblichen Verdächtigen. An sich sind die hier oft genug gezeigt worden, aber dieser Snapper war zum einen etwas grösser als üblich, und zum anderen kann diese längere Textpassage ein Bild als Auflockerung jetzt ganz gut vertragen.

Hätte lieber den guten Bluefin Trevally gezeigt, den Andres Gast die Tage direkt an der Bordwand verlor. Und noch lieber den unbekannten Torpedo, der dem Angler wenig später die komplette Fliegenschnur klaute. Es empfiehlt sich einfach nicht, hier speziell vom Boot aus mit einer #5 Combo herumzuwedeln. Noch weniger, nicht auf den entsprechenden Rat des Guides zu hören, und die bereitstehende #9 Rute abzulehnen. Wird er wohl nicht nochmal machen. Mervin meldete gestern Abend zum Redaktionsschluss endlich mal richtig gutes Jigging mit vielen grossen Amberjacks, aber auch diesem lustigen Ding.

War wohl steinhart und mit messerscharfen Schuppen besetzt. So einen Ähnlichen erwischte er vor ein paar Jahren schon mal, aber kleiner und bisschen anders. Ein nette Herausforderung für Fischindentifikatoren. Wenn ihn jemand einordnen kann bitte Bescheid geben.

 

28. Februar 2019

Im Anschluss an den letzten Report blieb das Wetter zunächst gut. Speziell anfangs sogar zu gut, denn bei zumeist annähernder oder oft sogar totaler Windstille sowie unsteter bis nicht vorhandener Strömung ist Jigging einerseits oft zäh, und zum anderen in der entprechenden Hitze auch noch höchst anstrengend. Selbst Mervins Jigginggruppe, die mit allen Wassern gewaschen ist, tat sich auf der Divinity extrem schwer. Besonders die teils fetten Doggies, die immer wieder auftauchten, aber sich von nichts überzeugen liessen, trieben alle an den Rand des Wahnsinns.  Und auch wenn immer wieder bessere Fische rauskamen, brachen sie auch an ein paar Tagen verfrüht ab. 

Am 17. ging es für mich mit Greg & Phil sowie Gast Markus aus Österreich auf Bite Me zum Drop. Ein wenig Wind und Welle halfen der Sache an sich, aber taten Markus insofern nicht gut, als er bei der Anfahrt meine Rigs und Knoten genau beobachtete, und anschliessend ein wenig grün um die Nase war. Ergo fiel ihm die für ihn neue Angelei zunächst etwas schwer, und es waren zunächst die Jungs und ich, die die meisten Fische fingen. Aber nachdem Markus den Verdruss ausgehustet hatte kam er in die Gänge, fing beim Jiggen Fisch, und auch bei seinem allerersten Popperwurf gleich einen wenn auch nicht allzu grossen Gelbflossentun.

Das war schon mal ganz nett für den Start seiner Tropenangelei, aber es sollte noch besser kommen. Dieser von ihm am Nachmittag erbeutete Rusty Jobfish wurde von Greg auf einer allerdings nicht geeichten Waage mit satten 12,5kg gewogen, und lag damit um 500g über dem aktuell ebenfalls von den Seychellen stammenden, von der IGFA noch zu bestätigenden Weltrekord. Mangels geeichter Waage wurde der tolle Fisch allerdings nicht eingereicht, sondern einfach aufgegessen.

Am Folgetag war der dänische Gast Stefan, bekannt aus dem letzten Report, nochmals mit Greg am Drop, aber bei wieder Windstille lief es wirklich zäh, und auch Mervin mit seiner Gruppe bekam weiter im Norden ausser einem mittleren Doggie nichts Nennenswertes an den Start. Markus hingegen scheint ein Glückskind zu sein, denn er war mit Martin auf Venture draussen, und sahnte erneut ab. Beim Trolling fanden sie ein treibendes FAD und ernteten dort wie üblich ganz nett Dorados und Wahoos. Beim Jiggen kam zwar wenig herum, aber Markus fing dabei doch glatt einen kleinen Segelfisch, der releast wurde. Von dem gibt es leider kein Bild, also muss an dieser Stelle der ebenfalls an Bord gekommene tolle Moontail Grouper herhalten.

Wieder einen Tag später, also am 19., lag ein tidenbedingt nachmittägliches Poppern auf GTs für Stefan aus Deutschland sowie Christian aus Österreich an, die ich dafür zusammengebracht hatte. Greg & Phil gaben wie üblich Vollgas, und es wurde bei erneut Ententeich eine ganz muntere Veranstaltung: 3 Haie, einige Jobfish und Barracudas waren zum Aufwärmen schon recht nett. Aus einem ganzen Trupp immer wieder attackierender Yellowspotted Trevallies liessen sich zwei haken, kamen aber ab, und schon spät erwischte Stefan auch noch diesen GT um 20kg. Besser konnte es kaum laufen.

Am folgenden Tag ging es erneut mit Markus auf Bite Me zum Drop. Der unheimlich nette Kerl bestand erneut darauf, dass ich mein Tackle mitnehmen und aktiv fischen sollte. Es gibt Schlimmeres, zumal ich ja selbst zuletzt kaum bzw. eigentlich gar nicht zum Angeln kam, also war trotz erneuter Windstille und grosser Hitze Gas geben angesagt. Nicht ganz ohne Erfolg für alle Beteiligten.

Das buchstäblich dicke Ende folgte aber noch. Da Markus beim ersten Trip mit seiner zwar hochwertigen, aber doch recht schweren Ausrüstung ziemlich litt, und grössere Fische zuletzt nicht unterwegs waren, hatte ich ihm meine PE5 Kombo ausgeliehen. Und prompt schlug es natürlich ausgerechnet auf diese im Mittelwasser über ca. 80m Tiefe heftigst ein. Der Fisch zeigte einen langen, aber für die mittleren Hundezahntune bis etwa 30kg irgendwie untypisch langsamen Run, bis nur noch ca. 40 von den 300m der 60lb Schnur auf der eher kleinen Saragosa 10000 lagen. Gang rein und hinterher, nach kurzer Zeit waren wir über dem Fisch, und wieder beruhigende 150m auf der Rolle. Der Lump da unten zog aber am Grund entlang unaufhaltsam in immer tieferes Wasser, und nach einer Weile in 240m Tiefe waren trotz entsprechender Verfolgung wieder nur noch ein paar Meter auf der Spule. Hatte mich innerlich schon von meiner Leine verabschiedet, da hielt das unbekannte Ungetüm plötzlich an, und liess sich langsam Zentimeter für Zentimeter nach oben pumpen.

Der arme Markus powerte sich dabei völlig aus, und nach einem nochmals kurzen Zwischenspurt des Fisches im Mittelwasser war er am Limit. Kurz danach übernahm ich die Rute, aber auch auf den letzten 50m ging nichts mehr schief, und ein ziemlicher Leviathan von Doggie kam hoch. Da war natürlich ausser jenem jeder froh: Markus über den tollen Fang, die Jungs da es ihr bisher grösster Hundezahntun war, und auch ich. Weniger aufgrund einiger kleiner Aktien an dem Fang, sonder eher ob der Erkenntnis, dass diese mittelleichte Ausrüstung so ein Urviech - wenn auch mit Glück - bezwingen konnte.

Glück war es insofern, dass der Fisch zum einen gerade eben aufgab, bevor wir gespoolt worden wären, und dazu so ideal gehakt war, dass er mit den gemeinen Zähnen nicht an das Vorfach kam. Die ganze Aktion war wirklich nervenaufreibend, und das kommt glaube ich im Video auch ganz eindrucksvoll rüber.

Hatte den Doggie auf um die 50kg geschätzt, weil er zum einen nicht gar so lang war, und zum anderen diese aus grosser Tiefe kommend meist viel Luft im Bauch haben. Aber die Waage zeigte laut Greg am langen Ende doch satte 61,58kg an - was für ein im Wortsinne fettes Teil! Tags drauf - selbes Boot, selbe Ecke - waren wir wieder dort draussen, diesmal aber bei plötzlich 8 Knoten Ostwind und mit Aleks & Christine aus Kroatien. Die beiden stehen auf SlowPitch, und das brachte wie immer reichlich Fische, aber halt zumeist eher kleine Grouper etc. Lediglich einer von drei Amberjacks war besser. Gut hingegen fiel dieser BekBek aus.

Topfisch des Tages war jedoch ganz klar dieser Diamond Trevally. Habe hier bisher in all den Jahren nur den einen gesehen, den ich selbst nah um Praslin gefangen hatte, aber dieser hier vom Drop Off war nochmal ein gutes Stück grösser. Ein echter Traumfisch!

Am 22. wollte Mervin zum nödlichen Drop, aber dort war in stark aufgefrischtem Nordwind kein Hinkommen. Also mussten sie nach Osten abbiegen, um festzustellen, dass man maximal bis 50m jiggen konnte, und auch das lief eher unrund. Die sinnvolle Alternative war Trolling mit ein paar kleineren Gamefish sowie je einem an den Teaser geraisten Sail und Marlin, die aber nicht bissen. Am 23. lernte auch der bis dahin von Petrus ja wirklich gehätschelte Markus mal die andere Seite der hiesigen Angelei kennen. Trotz aller Mühen im Verbund mit Christian und dem Bite Me Team sowie auch meiner Wenigkeit brachte ein Nachmittag absolutes Hardcorepoppern keinen GT ans Licht; lediglich zwei dazu noch eher schlape Haie kamen mal gucken. War wohl eher ein Tag zum Marlinangeln, denn JDs Boot One Love, an dem Tag gefahren von seinen Jungs, landete einen Schwarzen von 107kg an. Hätte den Fisch natürlich lieber releast gesehen, aber es war der Allererste für die Junioren, also ist Nachsicht angesagt. Auch Stammgast Stephan von BlueWaterFishing meldete von Denis Island einen schönen Schwarzen Marlin, der allerdings getaggt und releast wurde.

Der Fisch hatte zunächst Stephans Jig attackiert, verschwand kurz, und liess sich dann pitchen. Geniale Aktion. Jigging war nebenbei bemerkt an dem Tag dort oben auch deutlich besser als zuvor, so ziemlich die ganze Palette liess sich fangen. Abends schlug das Wetter heftig um, derber Nordwind und Starkregen kamen auf. Montag Morgen war dann zu allseitiger Überraschung wieder Ententeich, aber ein paar für den Tag anstehende Trips waren am Vorabend bereits gecancellt worden. Am Dienstag dem 26. bin ich mit Mervin sowie Gast Aleks und seiner Frau wieder los. Das Jigging auf dem Plateau war ungeöhnlich mau. Erst gegen Mittag wurde es zahlenmässig ein bisschen besser, aber es war kaum ein zeigenswerter Fisch dabei. Dafür war das Poppern richtig klasse. Am ersten Spot raiste Mervin einen gemischten Trupp aus Haien und Doggies, hakte einen davon, aber der kappte in den Bodenfelsen leider die Leine. Am nächsten Platz kamen dann zwei aus vier Bluefin Trevallies an`s Band, die Aleks landete. Und einen Spot weiter hakte er zunächst einen kleinen, ebenfalls gelandeten GT, um gleich danach einen Grossen zu verpassen.

Nach einer Weile des Jiggens, bei dem der Grouper im Bild gefangen wurde, ging es nochmal an den letzten Popperplatz zurück. Und da wurde es dann richtig bunt. Beim ersten Wurf raiste und hakte Mervin einen sichtlich fetten GT. Irgendwie gelang es, den unter Motorleistung von der flachen, felsigen Stelle wegzuziehen, und Aleks bekam ordentlich zu tun. Mit 142cm Fork Length ist das auch hier kein Alltagsfang.

Also nichts wie zurück dahin, Aleks bat um Gnade, aber Mervin kannte keine: Ganze vier Würfe später bekam der arme Kerl wieder eine vollkrumme Rute in die Hand gedrückt. Der GT hatte mit ca. 23kg Standardgrösse und kam direkt am Boot vom Haken. Aber Mate Steven griff ihn sich blitzartig und schwang ihn ins Boot. Völlig abgefahrene Aktion, was haben wir gelacht. Auch das ist im Video zu bestaunen, also auf keinen Fall verpassen. Alle Trevallies wurden natürlich releast. 

Am Abend sandte Stephan frische Infos von Denis Island. Jigging war wieder solide, erneut traten so ziemlich alle Wunschkandidaten in üblichen Grössen in Erscheinung, und dazu kam dieser gepitchte Segelfisch.

Auf die gleiche Weise liess sich obendrauf auch noch dieser sehr ordentliche Wahoo von 22kg verhaften.

Damit stand fest dass Greg & Phil für Markus´ letzten Trip die Insel ansteuern würden, und früh morgens sausten wir los. Das Poppern entlang des Riffs entsprach allerdings nicht ganz den Erwartungen. Konkret mochten die Fische nur Gregs einen Stickbait, der ihm nebst zwei Bluefin Trevallies noch zwei Doggies und einige Jobfish einbrachte, während wir anderen trotz aller Köderwechsel nur ein paar weitere Jobs an die Haken bekamen. Zum Jiggen ging es dann statt nördlich der Insel auf eine manchmal hoch produktive grosse Bank rund 12 Seemeilen weiter östlich, da die Jungs Markus zum Abschluss noch einen weiteren besonderen Fisch verschaffen wollten. Aber damit hatten sie leider etwas verwachst, denn nur rund 30 Fische wurden gefangen, und der Amberjack im Bild war noch der Beste darunter (Bild zum Vergrössern anklicken).

Trotzdem hatte Markus wieder Spass, war insgesamt ordentlich beeindruckt von seinen hiesigen Angelerlebnissen, und meinte, dass die Zeit hier auf den Seychellen seine Erwartungen übertroffen hätte. Wir alle an Bord hatten ebenfalls eine richtig nette Zeit mit dem ungemein sympathischen Kerl und freuen uns jetzt schon auf ein hoffentliches Wiedersehen. Abends schickte mir Stephan noch eine Meldung über wieder sehr ordentliches Jigging um die Insel, und dazu dieses Bild seines auf Slow Pitch gefangenen Doggies. Bisschen Salz in die Wunde muss sein.

Und noch etwas später am Abend rief Mervin durch. Er hatte mit Stammgast Jean-Daniel um Praslin in vier Stunden drei GTs gepoppert, und meinte, drei davon seien furchtbar dünn gewesen. Wusste damit erst nicht viel anzufangen, aber als dann dieses Bild eintrudelte war mir mir halb zum Lachen und halb nach Mitleid.

So ein Exemplar mit 127cm Fork Length sollte an die 40kg wiegen, aber dieser hatte wohl nicht mal 30 auf den Rippen. Wir haben dann noch eine Weile über die Gründe diskutiert, und können es uns in Anbetracht des ja hier durchgehend massiven Futterfischaufkommens eigentlich nur mit erfolgtem Laichen erklären. Wer von Euch also Ähnliches vorhat sollte es nicht übertreiben, sonst schlottern die Klamotten. Okay, ich dreh wohl langsam ab. Sitze offenbar schon zu lange vor dem Bildschirm, und der Report ist ja auch mehr als üppig ausgefallen. Also kurz und knapp Petri bis zum nächsten Mal.

 

15. Februar 2019

Bin ganz dankbar dass zunächst noch zwei Meldungen aus dem späten Januar nachzureichen sind. Zum einen meldete das Boot Alati einen Billfish Slam aus Blauem und Schwarzem Marlin von 350 bzw. 400lb sowie diesem Sailfish. Wie auf dem Boot Standard wurden alle Schwertträger releast.

Zum anderen schickte mir Manfred aus Deutschland ein nettes Fangbild aus seinem Urlaub auf Mahe. Ich betone ja immer, dass das Uferfischen hier deutlich zäher ist als man sich das vorstellt, aber mit Ausdauer und ein bisschen Glück kommen eben doch immer wieder schöne Fische herum.

Ohne diese beiden nachgereichten Häppchen wäre dieser Report doch sehr mager dahergekommen. Das Problem lag schlicht und einfach beim Wetter bzw. Wind. Die ersten Februartage schüttete es bei Starkwind im Bereich von 20 Knoten. Danach klarte es zwar auf und wurde sonnig, aber der Nordwest blieb uns in dieser Stärke erhalten, die keinerlei Ausfahrten zuliess, bis am vergangenen Wochenende die beiden nordöstlich von Madagaskar entstandenen Zyklone nach Südost abgezogen waren. In diesen ersten gut 10 Februartagen hab ich es ein paar Mal in den geschütztesten Ecken und trotzdem abenteuerlichen Bedingungen mit der Fliege versucht, aber ohne sonderlichen Erfolg. Der spannendste Fisch war noch dieser hier, der lokal Baton Longue genannt wird. Hab die Art zwar schon bestimmt 40 Mal gefangen, aber erst einmal zuvor in diesem tollen, grünen Farbmuster.

Ungewöhnlich war noch, dass das hübsche Kerlchen im Drill von einem offenbar sehr motivierten und für das nichtmal knietiefe Wasser ungewöhnlich grossen Hai von ca. 1,40m verfolgt und attackiert wurde. Auch während des Hakenlösens scharwenzelte der weiter um mich herum. Im Interesse des grünen Zwergs wie auch meiner Waden sah ich mich zu einem Klaps mit der Rutenspitze auf den Haikopf genötigt, daraufhin trollte er sich dann. Am vergangegen Sonntag Nachmittag liess der Wind endlich nach bzw. starb in kürzester Zeit komplett ab, als hätte jemand einen Schalter umgelegt. Das war halbwegs Glück für Mervins Gruppe, die mit ihm auf Divinity ab Montag zu fischen begann. Die erste Abendmeldung klang allerdings suboptimal, bei Null Wind und unsteter Strömung war Jigging im Tiefen zäh. Paar Fische, darunter einige Amberjacks, kamen aber wie üblich herum.

Dort draussen kochte wohl das Wasser vor Bait, Vögeln und Fisch, sodass die Gruppe entgegen Mervins Hinweis, dass das aussichtlos sei, unbedingt auf Tune schleppen und werfen wollte. Mervin hatte längst gepeilt dass da nur Bonitos und Skipjacks unterwegs waren, und nach etlichen Stunden ohne Biss sahen es die Angler auch ein. 

Dann wurde wieder gejiggt, diesmal im Flachen, und es kamen noch gute 80-90 Fische hoch. Zum grössten Teil Green Job, aber auch einige anständige BekBek und ordentliche Grouper. Tags drauf bin ich mit Greg & Phil auf Bite Me sowie Gast Stefan und seiner Frau aus Dänemark dort hinaus. Kein Wind bewegte das Wasser auch nur minimal, folglich war in der richtungslosen und kaum vorhandenen Drift die Jiggerei ein zähes Geschäft. Muss für Stefan en Déjà-Vu gewesen sein, denn vor 2 Jahren hatte er hier bereits das gleiche harte Brot zu kauen. Etliche Tauchbäder waren in der Hitze nötig, um überhaupt einigermassen fischen oder es auch nur aushalten zu können. Und auch die Bissfrequenz war eher zäh. Insofern waren die gefangenen Fische, darunter eine Handvoll Amberjacks, mehr als schwer erarbeitet (Bild zum Vergrössern anklicken).

Ein Platzwechsel mit Trollinglures hintendran brachte dann aber nicht nur angenehmen Fahrtwind, sondern noch einen offenbar mit Hitzeschild bestückten Segelfisch an den Start. Der wollte zwar erst nicht so richtig, aber Greg, wie immer top-motiviert, hatte nicht nur einen Stripbait gehäkelt, sondern brachte den Fisch durch perfektes Freespooling auch an den Haken. Top-Aktion, der Sail wurde natürlich nach dem kurzen Fototermin fröhlich releast.

Mervin meldete abends ebenfalls schwieriges Jigging etwas weiter südlich, aber sie fanden Tune, und pflückten einige mit Poppern weg. Einer am Jig wurde von einem Marlin genommen, der die Schnur sprengte, und ein richtig grosser Doggie spuckte einen ebenfalls auf Jig gehakten Bonito wieder aus. Fisch, und zwar guter, ist also da, aber die Rahmenbedigungen aus Wetter, Strömung und alternativem Futterangebot sind offenbar nicht ideal. Am Mittwoch bei zumindest einer minimalen Brise leicht günstigerer Drift lief es etwas besser, aber auch nicht spektakulär. Mittwoch war wieder völliger Ententeich, und da dürfte nicht viel gegangen sein, denn ich hörte nichts von ihm. Auch Stefan, der nochmal mit Greg & Phil um die Inseln fischte, stellte nach einer Stunde das GT-Poppern ein, nach zwei weiteren ereignislosen Stunden auch das Trolling, und ging lieber schnorcheln. Für Wolfgang, einen sehr netten Fliegenfischer aus Österreich, lief es während einer Halbstagstour mit Andre auf Bite Me Too zumindest etwas besser. Es kamen um die 10 Fische herum, darunter Green Job, Bluefin Trevally, Coral Snapper und Trumeptfish, aber leider nichts Grosses (Bild zum Vergrössern anklicken).

Am frühen Nachmittag waren wir alle gut durchgegart, aber er als auch seine Gattin haben es trotzdem genossen, denn zum einen ist die Umgebung hier ja durchaus animierend, und zum anderen war Fly vom Boot für ihn eine neue Erfahrung. Auch ich hab dabei wieder einiges gelernt, und da sowohl die neue Fliegenrolle als auch die Sinkschnur nun am Start sind, brauche ich jetzt nur noch das Backing, um das selbst auch mal anzugehen. Somit wird es also ziemlich sicher demnächst mal wieder über ein paar lustige Lapsi und Anfängerfehler zu berichten sein.

 

Die früheren Berichte finden sich im Archiv.

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