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30. April 2021 - Bildcollagen und Alben zum Vergrössern anklicken

Wie erwähnt sind die Seychellen seit dem 25. März wieder für fast alle Besucher offen. Zwar liegen seither die wöchentlichen Besucherzahlen noch deutlich unter Vorkrisenniveau, sind aber doch ermutigend. Und auch die Charterboote wurden im Zuge dieser Entwicklung wieder etwas aktiv. Ein Grossteil dieser Ausfahrten waren allerdings halbe Tage mit Gästen, die nur mal etwas fischen wollten, oft auch nur für einige wenige Stunden. Anfangs lief das Trolling dabei noch sehr gut mit den üblichen gemischten Fängen. Andre und Greg gelang es sogar auf der neuen Center Console namens Amberjack mit ihrem Gast diesen Segelfisch auf Fliege zu fangen, der natürlich releast wurde.

Allerdings entwickelte sich das Wetter für die Schlepperei zusehends unvorteilhaft, denn jeglicher Wind schlief ein, und es wurde brutal heiss. Im besten Fall war die See gelegentlich minimal gekräuselt, aber zumeist lag sie mangels jeglichen Hauchs spiegelglatt da. 

Also war anders angeln angesagt. Der Fliegenfischer genoss mit Andre und Greg noch einige weitere Tage auf dem Boot. Dabei erwischten einmal mehrere Hundezahntune an einer Struktur, der Grösste hatte immerhin um 12kg. Das dürfte an der Fliegengerte ein ziemlicher cooler Drill gewesen sein. Leider gibt es davon jedoch kein Foto. Sonstige Fänge waren u.a. Bluefin Trevallies wie dieser, und einige Bessere bis 8kg gingen wohl noch verloren. 

Wirklich spitzenmässig funktionierte trotz der Hitze und Windstille das Jigging am Drop, denn dort ging noch eine ordentliche Strömung. Brandons Gast auf Unreel erlebte nach erfolglosem Trolling insofern dort draussen noch einen wirklich tollen Angeltag.

Absolut ideal war die Konstellation allerdings für Sandro auf seiner Frenzy, denn er hatte gleich zwei Jigginggruppen aus Israel direkt hintereinander, die jeweils mehrere Tage mit ihm fischten, und sich ziemlich dumm und dusselig fingen. Zu Beginn kamen sogar noch ein paar Tune und Dorados auf Oberflächenköder bei, bevor es dafür zu heiss wurde. Aber das Jigging lief durchgehend hervorragend, und es kamen nicht nur viele, sondern auch wirklich tolle Fische zum Vorschein. Einfach mal durch das reichhaltige Album klicken.

Ab Monatsmitte änderte sich dann das Wetter minimal. Wind gab es zwar immer noch fast nie, aber es wurde deutlich feuchter. Fast jeden Tag kamen meist zwar kurze, aber ergiebige Schauer runter, und an einigen Tagen war es sogar komplett verregnet, zum Teil mit Gewittern und in den Fronten zumindest etwas Wind. Genau so einen Tag erwischten wir mit dem jungen deutschen Angler Dominik, den ich für den 19. auf Frenzy aufgesetzt hatte. Sein Traum war ein Segelfisch, und auch Jigging wollte er mal probieren. In Erwartung eines weiteren Glutofentags hatte ich ihm Letzteres als potentiell erstklassig avisiert, dem Sail allerdings wenig Hoffnung eingeräumt. Aber wie gesagt war gerade an dem Tag durchgehend nass, grau, und zumindest etwas windig, und prompt kam alles anders als gedacht. Dominik hatte bereits zuvor ab Mahe eine einzige, allerdings sehr touristische Ausfahrt erlebt, bei der nur ein paar Bonitos herumkamen. Nachdem er einen weiteren davon fing, hatte er dann aber plötzlich einen Marlin von etwa 120kg am Band. Der Fisch sprang, raste auf ca. 150m in die Tiefe, nahm noch ein Mal ein wenig Schnur, und dann rührte sich nichts mehr. Klassisches Verhalten ein Black Marlin, der in der Tiefe verstirbt. Und an 50lb Tackle praktisch keine Chance, den nach oben zu bekommen. Dominik hängte sich aber voll rein, bekam tatsächlich langsam aber stetig wieder Schnur auf die Rolle, und nach ca. 45min kam der Fisch längsseits. 

Allerdings Schwanz voran und mausetot, denn das Vorfach hatte sich um die Schwanzwurzel gewickelt. Da gab es nichts mehr zu releasen, also musste er in`s Boot. Und dabei gab es zwei weitere Überraschungen. Zum einen war es wider Erwarten ein Blue Marlin, der sich wohl aufgrund der Verwicklung so atypisch verhalten hatte. Zum anderen war der Fisch nicht mal gehakt, denn das Doppelhakenrig hatte sich auch lediglich um das Schwert gewickelt und verkeilt. Ich empfahl Dominik, dringend noch am selben Tag Lotto zu spielen. Der arme Kerl war völlig ausgepumpt, ein kleinerer gefangener Doggie sowie ein deutlich grösserer, der nach einigen Minuten Drill tatsächlich den Solid Ring zerlegte, gaben ihm den Rest. Also schleppten wir recht bald zurück gen Praslin, um dabei vielleicht doch noch einen Segelfisch einzusammeln. Der zeigte sich zwar nicht mehr, aber ein paar nette Fische kamen noch herum. Diese überliess Dominik dann grosszügig einem begleitenden lokalen Freund aus Mahe und dessen Sohn.

Selbst hatte ich mir wie im vergangenen Report angekündigt aufgrund des Besuchs der über ein Jahr lang vermissten Herzdame jegliche sonstige Ausfahrt verkniffen, aber nach ihrer Abreise ging es am 23. natürlich umgehend auf`s Wasser, um einen für mich neues Jiggingareal im Osten zu testen. Das lief speziell anfangs, als noch ein bisschen Brise ging, zumindest von der Frequenz her ganz gut mit rund 35 Fischen in knapp 5 Stunden. Allerdings waren fast alle davon eher klein und unspektakulär. Die Ausnahme war dieser feine Threadfin Trevally. Diese sind ein eher seltener Fang, und damit auch jenseits der archaischen Erscheinung immer wieder eine grosse Freude.

Winzig, aber dennoch erfreulich war auch dieser Fisch. Schlicht weil ich diese Art noch nie gefangen oder auch nur gesehen hatte. Offenbar handelt es sich um einen Moontail Bulleye. 

Danach im sehr erratischen Wetter nochmals einen passenden Tag zum Poppern zu finden war nicht einfach, aber es gelang am 27. zumindest halbwegs. Zur tiefsten Ebbe am Platze ergab sich das zu dieser Zeit gelegentlich vorkommende, kurze Aktivitätsfenster mit einer Fehlattacke eines GTs, und kurz darauf zielte einer besser. Etwas unter Durchschnittsgrösse, aber kurz vor Mittag und nach einer längeren Misserfolgsserie wollte ich gar nicht meckern.

Erwartungsgemäss verliefen die folgenden Stunden harten Knüppelns mit zum Glück einigen Regenschauern zur dingend nötigen Abkühlung ereignislos. Und auch meine grosse Hoffnung, zum sehr vielversprechenden Tidenhöchststand um bzw. nach 17 Uhr nochmal zum Zuge zu kommen, erfüllte sich nicht, denn ausser ein paar vorwitzigen, zu kleinen Bluefin Trevallies zeigte sich leider rein gar nichts mehr. Abschliessend noch kurz zum ansonsten ja in April-Reports durchaus dominanten Thema Fliegenfischen: Gleich am 01. April hatte sich hier vor dem Haus ein weiterer Queenfish zu den zwei Standorttreuen gesellt, und liess sich bei einem kurzen Gang netterweise prompt fangen. Leider versagte allerdings die Cam. Die sich in sonstigen Jahren um diese Zeit hier reichlich an den Baitballs bedienenden Trevallies zeigten sich allerdings nicht, obwohl nach der Auflösung des im letzten Reports erwähnten Algenteppichs doch noch ein paar Trupps Makrelen hier herein kamen. Allerdings schwammen diese in unordentlichen Formationen, manche Individuen kippten auf die Seite, und über Tage trieben immer wieder tote Exemplare an der Oberfläche. Offensichtlich von den Algen vergiftet. Hab es immer mal wieder vom Felsen probiert, aber es liessen sich nur die üblichen Kleinen wie Snapper, Permits, Trompetenfische etc. blicken. Auch Christopher, ein Fliegenfischer aus dem benachbarten Hotel, fing zwar zahlenmässig gut, aber auch nichts Grosses.

Versuche andernorts brachten ebenfalls nichts Vernünftiges an`s Band, denn auch andere Küstenabschnitten, die sonst um diese Jahreszeit Baitballs und grössere Räuber aufweisen, erwiesen sich als fischleer und waren teilweise ebenfalls von Algen betroffen. Nur am Morgen des 22. raubte es doch mal zünftig hier vor dem Haus, und prompt brachte ein umgehender Versuch zumindest einen passablen Brassy Trevally. Dabei blieb es allerdings trotz einiger weiterer Gänge an den Folgetagen, und mittlerweile sind die eh ja diesmal nur wenigen Makrelen fast alle wieder aus der Bucht verschwunden. 

Sehr schade natürlich, dass diese ansonsten tolle Fischerei dieses Jahr einfach nicht statt fand. Ebenso dass die letzten paar Tage mit etwas mehr Wind nicht mehr zum Angeln genutzt wurden, denn die Charterboote hatten keine Gäste, und ich muss erstmal eine zwar kleine, aber entzündete Handverletzung auskurieren, die mir der GT verpasst hat. Dennoch kommt der Report ja endlich mal wieder richtig lebhaft, bunt und üppig daher - so darf es gern weiter gehen. Hoffentlich lässt sich der Südost, der im Laufe des kommenden Monats üblicherweise einsetzt, noch Zeit, damit zumindest ein paar weitere Ausfahrten drin sind, bevor die Bedingungen zu rau werden.

 

31. März 2021 - Bildcollagen zum Vergrössern anklicken

Die wichtigste Nachricht zuerst: Die Seychellen sind tatsächlich seit dem 25. März für alle Besucher ausser aus Südafrika offen. Natürlich ist man nicht ganz so uneingeschränkt wie vor der Pandemie, aber immerhin. Wozu das im Positiven oder Negativen führen wird, muss sich zeigen. Anglerisch tat sich natürlich auch im vergangenen Monat hier nicht allzu viel. Das Wetter war zwar fast durchgehend freundlich, und bot viele fischbare Tage. Allerdings gab es noch so gut wie keine Gäste, und ich selbst war gleich zwei Mal gründlich unpässlich. Erst knallten mich die doch beeindruckenden Nebenwirkungen meiner ersten Impfung – mit AstraZeneca – für ein paar Tage gründlich auf die Bretter. Und gerade wieder auf den Beinen gab es Nachschlag in Form einer ebenfalls beeindruckenden Lebensmittelvergiftung. Deshalb verpasste ich auch die ersten paar Angeltage mit Stammgast Stephan von bluewaterfishing.eu, der vor seinem Auftritt auf Praslin eine Woche auf Cosmoledo und Alphonse Island verbracht hatte. Auf Cosmo standen natürlich die GTs im Vordergrund, und trotz an etlichen Tagen wirklich unwirtlicher Bedingungen kam Stephan in 5 Tagen auf ein deutlich zweistelliges Ergebnis.

So ein GT auf Fliege ist schon mal fein, und das war noch nicht mal sein Grösster. Dazu kamen natürlich noch eine ganze Reihe anderer toller Fische, hier ein paar davon.

In der Woche hier auf Praslin fischte Stephan mit Sandro, den er ein Stück weit unter die Fittiche genommen hat, auf Frenzy. Ein Hauptthema war dabei das Schleppen von Teasern, um geraiste Segelfische dann mit totem Köderfisch am Kreishaken und mit der Spinnrute zu fangen. Das klappte auch des Öfteren.

Zwischendurch wurde hier und da mal bisschen gejiggt, offensichtlich auch mit Erfolg.

Erstmals dabei war ich dann endlich am 11. zu einem Tag Poppern auf GTs. Nach etlichen Fehlattacken blieb irgendwann endlich dieser hängen. Auch wenn er deutlich kleiner als der hier übliche Durchschnitt war, sorgte das für Erleichterung.

Und ganz zum Ende desTrips kam doch noch ein Vernünftiger zum Vorschein, so dass der Tag als gelungen verbucht werden konnte.

Tags drauf waren wir dann am Drop unterwegs, aber es lief mehr als zäh: Nur ein Segelfisch liess sich mal kurz am Teaser blicken, aber verschwand sofort. Angeworfene Tune zeigten absolut kein Interesse, und auch beim Jigging kam kaum etwas hoch. Am 13. reiste Stephan leider bereits ab, aber wollte gern vorher zumindest noch den halben Tag fischen. Also versuchten wir nochmals Sails zu raisen, aber diesmal auf dem Plateau hinter den Sister Islands. Da waren aber offenbar an dem Tag keine. Trotzdem wurde es nicht langweilig, denn auf die zusätzlich geschleppten beiden Lures mit Stripbaits gab es durchgehend Bisse.

Gerade die Wahoos waren richtig wild, und wurden auch sukzessive grösser.

War wirklich schön Stephan mal wieder hier gehabt zu haben, und ein paar Tage mit den Jungs auf dem Wasser verbringen zu können. Danach blieb jegliche weitere Angelei dann wieder an mir hängen, aber glänzen konnte ich nicht wirklich. Da der Wetterbericht für die folgenden zwei Wochen weiterhin nur leichten Nordwind ansagte beschloss ich, das Boot nach Hause zu holen, und popperte sozusagen am Wegesrand. Leider liess sich nur ein GT blicken, der aber bereits einige Meter unter dem Lure wieder abdrehte. Öde war es dennoch nicht, denn es liess sich doch eine gewisse Vielfalt blicken. Die Haie und Garfish waren wir immer eher lästig, ein Jobfish war willkommen, ein solider Bluefin Trevally stieg leider aus, aber dieser fette Bonito auf einen 20cm Popper war eine nette Überraschung. Glaube nicht dass ich schon mal einen Grösseren gesehen habe.

Die Art wird in den IGFA-Rekordlisten als KawaKawa geführt, und der Längen-Weltrekord steht bei 75cm, wie ich daheim spasseshalber mal nachprüfte. Meiner war deutlich grösser, und somit hab ich halt lässig einen Weltrekord abgekippt, denn der Fisch wurde releast. Gern hätte ich auch den mächtigen Greater Barracuda von knapp 1,40m gezeigt, der schon bei einem der ersten Würfe eingestiegen war. Aber längsseits ausgedrillt wollte ich da kein Gaff reinjagen, der Kevlarhandschuh war nicht in Reichweite, und beim Reinziehen am Vorfach schüttelte sich der Bursche vom wie immer widerhakenlosen Einzelhaken. Ganz so windarm wie angesagt wurde es allerdings danach doch nicht, und so war ich nur noch ein Mal zum Poppern auf GTs unterwegs. An dem Tag zeigte sich allerdings rein gar nicht, nichtmal ein Jobfish oder ein nerviger Hai. Und abends drohte die Vorhersage auch noch mit auflandigem und stürmischen Wind, also wurde das Boot gleich wieder evakuiert. Zurecht, denn es lagen letztes Wochenende zweitweise über 20 Knoten an, und die Bucht wurde im Wellenschlag wieder trüb und krautig. In der ruhigen Phase zuvor gab es hingegen einige wenige und immer nur ein paar Stunden lange Zeitfenster, in denen am Hausfelsen Fliegenfischen möglich war. Der erste Versuch am 14. hatte denn auch gleich mal wieder einen Bonefish eingebracht, und zwar völlig unerwartet beim schnellen Einstrippen eines grösseren Clousers. 

Der war natürlich nicht unwillkommen, aber eigentlich ging es darum, herauszufinden, ob die Trevallies wie jedes Jahr zu dieser Zeit am Platze wären. Eigentlich war mir schon klar, dass das nicht der Fall sein würde, denn die Baitballs aus Sardinen und Grossaugenmakrelen sind einfach nicht aufgetaucht. Normalerweise fischen hier Vögel schon ab Januar im trüben Wasser, aber diesmal kamen sie immer nur kurz gucken, und zogen wieder ab. Keine Kleinfische dieses Jahr, und damit auch keine Räuber. Ob es an dem ca. 1km langen und rund 300m breiten Streifen von Algenblüte gefärbten Wassers lag, der über Wochen vor dem hiesigen Buchtende lag, ist nur eine Vermutung. Auch zwei weitere Versuche brachten zwar reichlich Bisse von Trompetenfischen und allerlei Kleinkram, aber besser als dieser nicht so hässliche Permit wurde es nicht.

Am vergangenen Montag Morgen waren dann zumindest ein paar Grüppchen Kleinfische an der Oberfläche zu sehen, aber in homöopathischer Dosis im Vergleich zu den Tonnen, die die Fischer sonst zu dieser Zeit hier mit den Netzen rausziehen. Trotzdem Anlass genug, es nochmal zu proboieren, da auch nur noch ein paar Knötchen westlicher Wind schräg auf die linke Wange bliesen. Tatsächlich liessen sich ein paar von den Makrelen fangen, und zwei hatten auch Bisswunden – allerdings von Haien. Sonstige Räuber zeigten sich erneut leider gar nicht, das Buffet ist einfach zu mager. Stattdessen kam nochmals ein Bonefish zum Vorschein, wieder auf einen grossen und eigentlich zu schnellen Clouser Minnow. Leider versagte die Kamera, aber es war eh nur ein Kleiner mit ca. 40cm. Trostpreis quasi, aber natürlich besser als nichts. Mehr Angelei war nicht, und wird auch meinerseits zunächst nicht anliegen, denn heute trifft nach 15 Monaten Abwesenheit die Herzdame für knapp zwei Wochen ein, um danach wieder für Monate In`s Ausland zu entschwinden. Da kann ich mich dann kaum auf`s Wasser absetzen. Aber vielleicht tut sich ja bei den Charterbooten bald schon wieder etwas, da nun wieder erste Touristen in`s Land tröpfeln.

 

Die früheren Berichte finden sich im Archiv.

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