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14. Januar 2020 - Bildcollagen zum Vergrössern anklicken

Das neue Jahr begann mit aussergewöhnlich gutem Wetter und einer sehr lebhaften Angelei. Für mich allerdings weniger, denn ein Trip mit Ziel GT direkt am 02. in absoluter Windstille und damit wirklich krasser Hitze wurde richtig zäh. Nach gut 5 Stunden knallharter Popperei stand zunächst mal nur ein lausiger Pickhandle Barracuda zu Buche, sonst liess sich ausser Haien rein gar nichts blicken.

Leichtes Jigging um Mittag und zur Erholung lief ebenfalls nicht. Wie auch bei schlappen 100m Drift pro Stunde? Bis zum Nachmittag war die Wassertemperatur an der Oberfläche auf fast 32°C angestiegen, und auch dann kam beim Poppern nichts mehr hoch. Zwang mich zu ein paar allerletzten Würfen an den Hafenfelsen, und der dabei immerhin noch zum Vorschein gekommene Bluefin Trevally fühlte sich an wie der heilige Gral.

In den Tagen danach ging zumindest wieder ein bisschen Wind, und die Angelbedingungen waren ideal für die vielen zum Jahreswechsel erschienen Touristen. Diese fuhren wie stets zumeist lediglich Halbtagestouren um die Inseln, und insofern war es gut, dass sich die pelagische Aktivität wieder in deren Nähe verschoben hatte. Neben den üblichen bunten Tüten mit vielen Wahoos, gelegentlichen Dorados und eher wenigen Tunen gab es weiter reichlich Meldungen über gesichtete Segelfische. Diese waren nun auch bissiger, so dass von den Booten auch eine ganze Reihe releast wurde. Insbesondere Greg auf Bite Me fing quasi täglich welche und produzierte so eine nette Serie. 

Das animierte Andre und mich, es mal mit der Fliege auf die Viecher zu probieren. Ein erster Versuch am 04. brachte vormittags eine Sichtung des Zielobjekts vor dem Boot, aber das war uninteressiert und zog seines Weges. Nachmittags kam einer seitlich an den Teaser geschossen, griff sich ohne Fisimatenten das Ding, und versuchte damit abzuhauen. Das ging natürlich nicht, und weg war er. Insofern lagen am langen Ende lediglich dieser Wahoo und ein paar Bonitos in der Fischbox, die sich auf einen zwichenzeitlich geschleppten Cedar Plug eingestellt hatten, aber schnell lästig wurden.

Am 07. probierten wir es nochmals, aber erst gegen 15 Uhr sahen wir die ersten Segelfische. Insgesamt waren es in den folgenden zwei Stunden doch noch gute 5, aber nur ein einziger kam tatsächlich hinter`s Boot. Während ich den Teaser weg zog servierte Andre die Fliege. Aber statt den Fussel zu nehmen zog der Sail an den anderen Teaser, versuchte den zu fressen, und verschwand als das natürlich klappte. Also wieder kein Erfolg, wenn man mal von dem eher zufällig eingestiegenen Bluefin Trevally absieht, der den erneut anfangs zum Fang eines Bonitos für Pitchbaits ausgelegten Cedar Plug wegschlürfte. 

Nur sehr wenige Trips gingen in diesen Tagen raus an den Drop, und wer dort schleppte kam mit nur wenig Fisch zurück. Richtig gut war dort allerdings das Jigging. Da Mervin sich eine Pause nahm steuerte Sandro die Divinity, und schickte nette Bilder.

Auch Brandon auf Island Rhythm hatte dabei einen guten Tag, an dem sie besonders an diesem über 100kg schweren Ammenhai lange zu zerren hatten.

Greg war ebenfalls mal dort unterwegs, und seine Gäste hatten entsprechend gut zu tun.

Ausserdem verbrachten sie einen ganzen Tag an einem der nördlichen Atolle beim Spinn- und Fliegenfischen, der auf beide Methoden durchgehend Aktion lieferte. Tolles Angeln!

Auch aus Mahe kamen ein paar Meldungen, darunter ein erschleppter Marlin von um 300kg und dieser Doggie von etwa 50kg auf Jig. 

Der lokale Angler und Fänger Darryn auf einem privaten Boot drillte auch noch für etwa anderthalb Stunden einen Broadbill, der auf 90kg geschätzt wurde, schon am Vorfach gehalten noch ausstieg, aber somit nach IGFA-Regeln als gefangen gilt.

Am letzten Wochenende verabschiedeten sich dann die Feiertagstouristen. Auch wurde das Wetter langsam regnerischer und windiger, insofern schlief die Bootsangelei seither völlig ein. Aber zumindest war der Start in`s neue Angeljahr ja schon mal ganz vielversprechend.

 

31. Dezember 2019 - Bildcollagen zum Vergrössern anklicken

Und wieder mal zu optimistisch gewesen: Statt der im letzten Report avisierten, angeltauglichen Bedingungen stellte sich ziemliches Mistwetter mit fast durchgehend Starkwind aus Nordwest und dazu viel Regen ein. Am einzig an der absoluten Grenze fischbaren Tag hatte Mervin (Divinity) auch noch Pech, da zwar von den drei geraisten Marlinen zwei gehakt wurden, aber beide im Drill ausstiegen. Immerhin gab es noch ein paar Wahoos und Dorados zu fangen, aber in der üblen See leider keine fotografischen Ambitionen hinsichtlich ebendieser. Insofern bleiben als dokumentierte und meines Wissens ohnehin einzige Fänge nur ein paar Kleinigkeiten vom Fliegenfischen aus der an sich eher unproduktiven, aber immerhin windgeschützten Baie St. Anne. Ein kleines, sandiges Delta brachte schon in der letzten Nordwestsaison immerhin Frequenz mit Snappern und ein paar kleineres Permits beim Zupfen über den Sand, und das klappte nun auch wieder. Dazu kamen aber auch angenehmerweise ein paar etwas bessere Fische beim einfach mal versuchten schnellen Strippen weitmöglichst geworfener, grösserer Muster.

Unglücklicherweise fiel bei meinen insgesamt drei Gängen einmal die GoPro aus, und genau dann gab es mit einem 60er Barracuda sowie einem grösseren Trevally die besten Fische. Ein noch etwas besseres Exemplar ging dazu im dichten Kraut verloren. Leider ist der Platz auch bei den Einheimischen für Grillparties sehr beliebt, so dass an den Wochenenden sowie zuletzt ja gehäuft aufgetretenen Feiertagen dort nichts geht. Erst an den Weihnachtstagen besserte sich das Wetter, und es ging auf den Booten raus. Ein Trip mit Mervin sowie Jiggingnovize Balazs aus Ungarn zum Drop am 27. war noch ziemlich rappelig, und dazu biss es trotz massiver Echolotanzeigen an allen Plätzen eher zäh. Auch der Tidenwechsel zu auflaufendem Wasser am Mittag brachte nicht den erhofften, positiven Effekt, und so mussten die rund 35 gefangenen Fische vergleichsweise mühsam erarbeitet werden.

Jenseits davon fanden in den letzten, noch etwas windigen, aber wenigstens trockenen Tagen noch eine ganze Reihe Touren statt. Wie üblich mit den Weihnachtstouristen hauptsächlich zum Trolling, und zumeist nur halbtags. Nicht ideal, denn um die Inseln war die Angelei nicht einfach, die üblichen bunten Tüten waren nicht allzu gut gefüllt, und oft wichen die Boote dann auf`s Bottom Fishing aus. Am Drop lief es beim schleppen besser, aber kaum jemand fuhr halt dort raus. Schwertträger sind zwar auf dem Plateau unterwegs, aber weder leicht zu finden noch zu fangen. Sicher kein Zufall dass es hauptsächlich die oft fischenden Skipper und Boote wie Greg auf Bite Me oder eben Mervin waren, die Hookups verzeichnen konnten. Letzterer machte einen Marlin von ca. 140kg dingfest und verlor gestern einen etwas grösseren, aber releaste an dem halben Tag noch zwei Segelfische.

Auch heute sind noch ein paar Boote draussen, aber dieser Report wird nun geschlossen, und zum Abschluss des Jahres trolle ich gleich nochmals mit der Fliegenrute los. Gegebenenfalls Erwähnenswertes wird in der nächsten Ausgabe nachgereicht. Euch allen Dank für`s Mitlesen im nun fast vergangenen Jahr sowie ein erfolgreiches und gesundes 2020!

 

16. Dezember 2019 - Bildcollagen zum Vergrössern anklicken

Hatte ja am Ende des letzten Reports Hoffnungen und Kerzen erwähnt, aber trotz alledem nahm unser vom 29. November bis 7. Dezember geplanter Cat Trip nach Süden gen Constance Bank und Ile Plate sprichwörtlich eine andere Richtung: Zunächst hielt uns ein sich aufbauender Zyklon tagelang unter Warnstufe Orange zurück. Ausser küstennah im Windschatten Mahes unter lächerlichen Bedingungen mit nördlichen Winden von über 30 und Böen von über 40 Knoten mühsam zusammengekratzten Abendessen aus kleinen Groupern und Bonitos und einigen (nicht ganz legalen) Fängen in der Marina ging absolut nichts.

Erst Dienstag Nachmittag liess es etwas nach und ein Einpendeln um die 15 Knoten samt Beruhigung von Norden war angesagt. Zu spät um noch unsere ursprünglichen Ziele anzusteuern, also musste ein Plan B her. Da blieb nur Bird Island, um vielleicht noch zumindest ein paar Tage vernünftiges Angeln aus der Woche herauszukitzeln.

Unser Skipper Keven war nicht froh dass wir auf eine nächtliche Querung der gut 55 Seemeilen genau in die Suppe hinein bestanden, aber gab zum Glück letztendlich nach. Die Überfahrt war sagen wir mal sportlich, und am nächsten Vormittag stellten wir fest, dass sich die Rettungsinsel davongemacht hatte. Aber wir waren am Platze und sahen endlich eine flache Insel vor uns, auch wenn es sozusagen die falsche war. Trotzdem schön, ganz tolles Dronenfoto von Marc (anklicken!).

Noch besser war natürlich, dass sich auch sofort anständige Fische fanden. Schon an diesem ersten Tag dort oben fingen meine Freunde fast alle Arten, die man hier beim Jiggen erwarten kann. Noch einige mehr kamen an den beiden Folgetagen dazu, von denen der letzte der bessere war. Zwar blieben die Riesen diesmal leider komplett aus, aber am langen Ende hatten wir insgesamt zwischen 25 und 30 Doggies sowie irgendwo zwischen 150 und 200 Fischen gefangen, die natürlich zum grössten Teil releast wurden.

Gelbflossentune stiegen zwar auf die Jigs ein, und waren auch immer wieder zu sehen, aber ignorierten jeden Oberflächenköder, wenn sie mal in Wurfweite kamen. Nur zur allerletzten Angelstunde, als wir ein Riff abfuhren, um vielleicht noch den fehlenden Bohar Snapper aufzusammeln, erwischte Marc an dieser unerwarteten Stelle doch einen auf Popper. Das Fazit dieses Trips hängt ganz klar von der eingenommenen Perspektive ab: Natürlich war es enttäuschend, die halbe Angelzeit aufgrund des Wetters verloren, und eine Gegend befischt zu haben, wo wir von 6 Monaten schon mal zusammen waren, statt den Jungs eine neue Erfahrung zu ermöglichen. Andererseits sah es lange so aus, also sollte in der Woche gar nichts mehr gehen, und alle sind der Meinung, wir haben aus den verbleibenden Möglichkeiten das Maximum heraus geholt, wie auch die nachfolgende Bildergalerie verdeutlichen dürfte.

In ein paar Monaten sehen wir uns zu einem neuen Abenteuer wieder - dann aber hoffentlich bei passendem Wetter. Seit unserer Rückkehr ist das Wetter hier perfekt ruhig, quasi Ententeich und fast Windstille. Aber das wurde kaum genutzt, denn wie üblich zu dieser Jahreszeit sind kaum Touristen auf den Inseln. Lediglich Mervin fuhr einen Trip mit Marlin-Auftrag, aber der liess sich nicht blicken, also musste man mit kleineren Gamefish und einem Segelfisch vorliebnehmen. Selbst bin ich Mitte vergangener Woche mal los, aber in den windstillen und sehr heissen Bedingungen mit spiegelglattem Wasser war das weder angenehm noch sonderlich erfolgreich. Beim Poppern auf GTs liessen sich nur Haie blicken, und ohne Drift war auch das Jigging mit rund 20 wenig spektakulären Fischen eher zäh. Zeigenswert wäre der rund 1,20m lange Greater Barracuda gewesen, der sonderbarerweise in gut 20min Drillzeit das dünne Vorfach nicht kappte. Aber als er längsseits war und ich danach greifen wollte, passierte es dann doch. Also gibt es von jenem Tag nur diesen White Snapper zu sehen, denn der ist in diesem Format bisher nur seltenst aufgetaucht.

Fliegenfischen war leider auch keine echte Alternative, denn durch den Sturm und die wieder aufgekommene Unterströmung gab es tagelang keinen sinnvoll befischbaren Platz. Erst in den vergangenen Tagen verbesserten sich Bedingungen zumindest stellenweise, so dass sich auf dem Flat im Westen ein Bonefish wie auch einige Permits ausmachen, aber leider nicht fangen liessen. Die Hausbucht hingegen ist weiter trüb, dazu mangels Bait abgesehen von einigen Haien und den üblichen Hornhechten komplett fischleer. Und auch gestern am Riff im Südosten ergab sich nichts weiter als die hinlänglich bekannten, kleinen Fänge. Über die kommende Woche soll sich nun stetiger, aber nicht zu starker Westwind etablieren, und in deren Verlauf sollten auch die Weihnachtsgäste langsam einschneien, so dass dann hoffentlich wieder mehr Leben in die Angelei kommt.

 

Die früheren Berichte finden sich im Archiv.

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