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15. November 2018

Diese erste Novemberhälfte brachte uns hier recht ruhiges Wetter mit zumeist milden westlichen Winden, die nur temporär etwas auffrischten, und zuletzt war es nur noch ein Hauch aus Süd. Auf den ersten Blick optimale Bedingungen, allerdings stellte sich pünktlich zu Monatsbeginn eine starke ostgehende Strömung ein, die doch Wirkung zeigt. Am 02. auf einer Poppertour mit Stefan & Sara aus Deutschland auf Gregs und Phils Bite Me war die Aktivität extrem niedrig, fast nichts zeigte sich. Lediglich Phil bekam einen kleineren GT ans Band.

Stefan ackerte ohne Unterlass, aber nur ein einziges Mal kam ein grosser schwarzer GT hoch, guckte gelangweilt auf den an ihm vorbeiziehenden Popper, und sank wieder ab. An dem Tag startete das Turnier von La Digue, das seit Ausdehnung der Angelzeit von den vormals üblichen 12 auf nun 27 Stunden einen massiven Teilnehmerschwund zu verzeichnen hat. Nach ehemals weit über 30 Booten waren es diesmal nur noch schlappe 10. Sehr traurig, aber für kleine Boote ist das einfach jenseits der Spassgrenze, und auch teilweise für die finanziell nicht so gut aufgestellten Leutchen nicht mehr finanzierbar. Gegen die teils wirklich riesigen Boote mit quasi unbegrenzten Ressourcen und allem Komfort sehen sich ausserdem  viele ehemals begeisterte Teilnehmer dann halt nur noch als deren Preisgeldsponsoren.

Auch für mich war dieses Turnier immer ein Jahreshöhepunkt, aber schon seit ein paar Jahren düse ich nur noch rüber um mir das Wiegen der Fänge anzuschauen. Während sich dort vormals teilweise an die Tausend Menschen zu gleichem Behufe drängten waren es dieses Jahr vielleicht noch Sechzig. Ich hoffe das Club-Komitee macht sich nun endlich mal die richtigen Gedanken, denn sonst geht diese an sich tolle Veranstaltung wohl bald den Bach runter. Die noch teilnehmenden Boote hatten auch alle Probleme mit dem extrem starken Oststrom, damit fielen die Fänge jenseits des Trollings auch deutlich geringer und unspektakulärer aus als sonst. 

Trolling lief hingegen quantitativ gut mit bestimmt einer Tonne Gelbflossentune. Die meisten natürlich in der gängigen Klasse von 10-20kg. Ein paar waren grösser, aber deutlich weniger als ich erwartet hätte, bei ca. 40kg lag das Maximum, und bei den Doggies sah es ähnlich aus. Wahoos und Dorados gab es natürlich auch, dazu hatten die Boote 4 Sails und einen Marlin, die alle releast wurden. Wer mehr lesen und auch die grössten Fische aller mit Preisen bedachten Arten nachvollziehen will kann den nachstehenden Zeitungsbericht durch klicken vergrössern.

Gewinner war am langen Ende wie seit der angesprochenen Regeländerung üblich das Team Island Star auf der gleichnamigen 60 Fuss Viking vor der 76 Fuss langen 9G. Alles sympathische Leute, die ich sehr mag, aber in Bezug auf die Turnierentwicklung ist das in meinen Augen auch nochmal deutlich „Food for Thought“. Oder sollte es zumindest sein. Tags drauf lag das alljährliche Geburtstagsgeschenk für meinen Kumpel Stephan an. Das sollte eigentlich aus einem GT bestehen, aber die hatten wohl immer noch an dem Strömungswechsel zu kauen. Er bekam genau einen Einschlag beim Poppern, und dabei gab sein Knoten nach. Jiggen verlief ebenfalls unter Par, Oststrom ist dafür nie gut. Zwar hatten wir zusammen an die 40 Fische, aber die meisten davon waren eher kleine Grouper und Snapper. Ein paar Bessere waren allerdings zum Glück doch auch dabei, wie diese Yellowspotted Trevallies oder Stephans Bohar Snapper und Whiteblotched Grouper. 

Wieder einen Tag später, das war am 05., ging es mit Mervin (Divinity) und ein paar Kumpels privat an den Drop. Jigging im Tiefen ab 60m war bei 3 Knoten Drift untauglich. Man kam kaum runter, und es biss auch schlecht. Tune an der Oberfläche, die man hätte anwerfen konnten, sahen wir auch zum ersten Mal seit Ewigkeiten fast gar nicht. Ohnehin war die Bande eher an Trolling interessiert, und das lief ordentlich. Es hätte sogar in Anbetracht des kurz geraisten Sails und des kleineren Marlins richtig gut sein können. Vor allem wenn der kurz danach eingeschlagene Grosse von sichbar über 200kg nicht in der ersten Flucht den Haken losgeworden wäre. 

Allerdings war somit auch klar dass die am folgenden Tag anliegende Jiggingtour dort raus mit Stefan und Sara kein Selbstgänger werden würde. Zum Glück fanden wir aber morgens einige Mal die Tune, und neben einem Dorado kamen auf Popper und Sticks auch ein paar bei. Jigging im Tiefen war wieder hoffnungslos, aber im Flachen lief es, wenn auch ohne die ganz spektakulären Fänge, zumindest zahlenmässig gut.

Stefan war denn auch trotz des nicht optimalen Verlaufs sehr angetan, zumal es von Mantarochen über Delfine bis hin zu einem wirklich grossen Wahlhai von rund 10m Länge noch reichlich Unterhaltung gab. Danke an Sara für die tolle Unterwasseraufnahme.

Tags drauf traf ich mich mit den beiden am Riff im Südosten Praslins zum Fliegenfischen. Endlich mal optimale Bedingungen, und tatsächlich konnte ich nun auch dort zum ersten Mal zwei Bonefish spotten. Allerdings zuckten die schon sichtbar als ich Stefan zurief und winkte. Prompt kam es trotz einiger klarer Würfe nur einmal zu einen kurzen silbernen Aufblinken mit einem leichten Zupfer. Wieder einen Tag später stand Poppern auf GTs mit Mervin sowie den englischen Gästen Helen und Vance an. Den ganzen Morgen über ging praktisch nichts. Helen hatte Probleme auf die nötige Wurfdistanz zu kommen, also warf ich für sie und gab dann die Rute ab. Regelmässig Leute bei meiner Lieblingsbeschäftigung, sprich der Angelei jeglicher Coleur zu filmen, ist irgendwie schon leicht masochistisch, aber das war nochmal eine Spur härter. Diesmal hatte ich allerdings Glück, denn zu Mittag nach Tidentiefstand kam doch noch Leben in die Sache. Und zwar gerade als die beiden Angler mal einen Moment Pause machten. Ich warf also nicht nur, sondern popperte auch, und Mervin fischte mit Vances Rute. Prompt raisten wir einen Trupp und waren beide „on“. Natürlich gaben wir die krummen Ruten sofort ab, und es passte ideal: Mein GT war nicht ganz so gross und für die eher zierliche Helen genau richtig, während der von Mervin gehakte für den kräftigen Vance taugte. 

Helen fing wenig später je einen kleineren GT auf Jig sowie auf den selbst animierten Popper. Vance hingegen verlor erst einen Grossen, um dann kurz vor Feierabend doch noch einen weiteren der 30kg Klasse selbst zu erwischen. Nach dem zähen Beginn war das natürlich ein schönes Ende dieser Tour.

Der Tag war aber offenbar ohnehin gut für diese Angelei, denn auch Greg meldete abends zwei GTs für seinen Gast. Hier der Grössere.

Am Folgetag wollte ich dann selbst mittags los um auch mal wieder einen zu fangen, und lud dazu spontan Sara und Stefan ein, der ja dieses Jahr hier nicht vom anglerischen Glück geküsst worden war. Leider blieb das auch so, denn am ersten Spot raiste ich drei grosse, aber nicht aggressive GTs, und am dritten Spot nochmal einen ganzen Trupp. Auf Zuruf warf Stefan hin, bekam einen Einschlag, aber seine Hauptschnur riss sofort. Das war bitter, und so muss er nach dem letztjährigen Anlauf nun auch wieder bis zu seinem nächsten Besuch hier, der natürlich bereits in Planung ist, auf seinen ersten Seychellen-GT warten. Die Biester sind halt kompliziert auf verschiedenen Ebenen, wie sich schon am nächsten Tag zeigte. Das war der erste Angeltag für Tadej aus Slowenien, der nach seiner Hochzeitsreise vor zwei Jahren richtig angefixt nun zum zweiten Mal mit Kumpels zum Hardcorefischen hier ist. Wegen der starken Strömung machte der Drop keinen Sinn, also blieben wir zwischen den Inseln, aber auch der Truppe klebte zunächst das Pech an den Ruten. Über den Tag hakten sie 7 fette GTs, aber einer wurde den Haken los, und die anderen 6 entkamen alle in die Felsen. Auch schöner ein Tun machte sich davon, ein Wahoo stahl den Stickbait, und etliche weitere, die immer wieder das Boot umkreisten, produzierten maximal Fehlbisse. Das war besonders schade um den allerersten, der fast 2m lang gewesen war. Erst am Nachmittag gelang es Mateusz noch, kurz hintereinander zwei GTs zu landen. Hier der etwas Grössere.

Aufgrund eines Motorenproblems ging es für die Truppe erst Montag wieder raus, und das lief spannend, aber im Ergebnis eher mau. GTs zeigten sich bloss eine Handvoll, und nur einer hing, aber kam dann noch in den Felsen ab. Kleinkram wie Rainbow Runner und Barracudas bissen munter, sogar ein Unicorn auf Popper war dabei, und auch die Haie waren hochaktiv. Zwei wurden entgegen aller Bemühungen gehakt, aber unbeschadet releast. Es hätte richtig gut werden können wenn zumindest einige der gut zwei Dutzend geraisten Hundezahntune in Grössen von 10 bis 50kg gefangen worden wären, aber die waren ganz müde unterwegs. Ganze zwei halbherzige Bisse liessen sich nicht verwandeln, aber Martin fing zumindest noch zwei auf Jig. Leider gibt es vom Grösseren um 20kg kein Bild, nur vom Kleineren. Der bot aber am ultraleichten PE1-2 Gerät einen ziemlich guten Drill.

Am Dienstag dem 13. ging es dann erstmals an den Drop Off. Die Jungs waren ultraheiss auf Tune, und das klappte wieder mal vom Feinsten. Anfangs sind wir denen hinterhergejagt, und dabei kamen bereits etliche herum. 

Später dann, beim allerdings nicht ganz so wilden Jiggen mit aber doch gut 30 Fischen und ein paar Guten darunter, wurden sie nur noch angefahren und –geworfen wenn sie in der Nähe auftauchten. Mehrere Bisse pro Wurf sowie Doppel-, Dreifach und Vierfachdrills waren eher die Regel als die Ausnahme. Selbst hinter der Kamera kam ich gut ins Schwitzen um das zumindest halbwegs einzufangen. Schade nur dass weder der Segelfisch noch der Marlin, die das Boot jeweils eine Weile umschwänzelten, zu einer Attacke zu verführen waren. Das geht allerdings als Randschmerz durch, es war trotzdem schlicht und einfach Top-Angeln.

Gestern an der Gruppe viertem Tage lief es hingegen nicht ganz so gut. Wir düsten weiter nach Süden auf der Suche nach Hundezahntunen, und gleich beim ersten Hochholen der Jigs versuchte einer der 50kg-Klasse einen gehakten Bonito direkt unter dem Boot zu stehlen. Letzterer wurde sofort geriggt und angeboten, um Momente später vom Haken gerissen zu werden. Auch seinem schnell ausgelegten Nachfolger erging es nicht besser. Zwei Mal liessen sich auf Jigs die nach harten Einschlägen typischen Zahnspuren erkennen, und ein Doggie kam nach Hakung im Vollspurt ab. Natürlich waren alle elektrisiert, aber ab da starb die Angelei ziemlich ab. Beim Jiggen kamen nur noch vereinzelt eher kleine Grouper hoch, und Tune zum Anwerfen sahen wir in der Gegend, die dafür von kleinen Skipjacks überall wimmelte, den ganzen Tag lang keinen einzigen. Erst gegen Mittag und komischerweise nahe des Tidentiefstands wurde die Jiggerei noch halbwegs nett mit zumindest einem kleineren Doggie und paar anderen besseren Fischen zwischen den wohl insgesamt so circa 50 gefangenen.

Die Tune sitzen offenbar weiterhin etwas nördlicher fest, wie ich abends von Greg erfuhr. Sein Gast fing rund zwei Dutzend beim Poppern und Schleppen; dabei ging auch noch ein Marlin flitzen. Trollingausfahrten, die in den allermeisten Fällen die gängigen bunten Tüten aus Tunen, Wahoos und Dorados einbrachten, gab es wie immer natürlich noch einige mehr. Segelfische werden weiterhin hier und da gefangen, so z.B. von Bertrand auf der kleinen YamSing. Eine Familie, die mit Greg letzte Woche einen tollen Tag mit 28 der genannten kleineren Gamefische erlebte, war so begeistert, dass sie unbedingt am folgenden Nachmittag nochmals für ein paar Stunden raus wollten. Dabei stieg prompt ein Black Marlin ein, und zwar auf eine winzige 30lb Penn Squall Rolle. Entsprechend lang dauerte der Drill, so dass trotz einer halbstündigen Wiederbelebungsaktion der Fisch leider nicht mehr in die Gänge kam und mitgenommen werden musste. 

Mal sehen was nun die zweite Monatshälfte bringt. Wer nicht bis zum nächsten Report warten will kann sich ja mit der Facebookseite verbinden um auch zwischendurch informiert zu sein. Und nach der ganzen Schreiberei gehe ich jetzt erstmal Fliegenfischen, gleich beginnt die Tide aufzulaufen.

 

31. Oktober 2018

Entlang der zeitweise doch recht wechselhaften Wetterlagen in den vergangenen Wochen erlebten wir hier auf den Seychellen eine sehr abwechslungsreiche oder man könnte auch sagen im Wortsinne bunte Angelei. Speziell an den ersten beiden Tage der Berichtsperiode, aber auch immer wieder zwischendurch, blies es teils  nochmal ordentlich aus Südost - da war naturgemäss Trolling angesagt. Die Boote fingen satt kleinere Gamefish, aber auch Schwertträger liessen sich blicken. Greg (Bite Me) hatte an auf einer Tour 14 Tune am Drop und verlor gleich zwei Marline. Bruno  auf dem Boot Eve erwischte einen um die Inseln. Ein paar Tage später war Mervin (Divinity) mit Stammgast Wolfgang am Drop, und letzterer konnte seinen ersten Marlin, einen Schwarzen von ca. 130kg, verbuchen. Sie sind also schon da. 

Beifang gab es natürlich in Form von Tunen und Dorados auch, Bootspartner Andi erwischte dazu diesen Sail. Beide Schwertträger wurden natürlich wie auf diesem Boot üblich releast.

Zwischendurch gab es mal einen halbwegs ruhigen Tag, und ich war gerade dabei in See zu stechen, als ein sehr professionell wirkender Fliegenfischer um die Ecke stapfte. Es stellte sich heraus dass Johannes zuvor fünf Tage ohne jeden guten Kontakt oder auch nur die Sichtung eines ordentlichen Fisches das Flat auf der anderen Inselseite, wo er untergebracht war, beackert hatte. Dieses ist allerdings unter den aktuellen Bedingungen weiterhin zumindest aus meiner Sicht unbefischbar und aussichtlos; ich hatte dazu ja Eingies verlauten lassen. Johannes hatte gelesen dass es hier mit der Fliege ohnehin schwierig ist, aber aufgrund seiner massiven Erfahrung an einem guten Dutzend mal eben aufgezählter wirklich toller Destinationen dachte er, schon klar zu kommen, und nun sass der Frust tief. War natürlich gern bereit mein Wissen zu teilen, wollte aber angeln, und lud ihn spontan ein zum Poppern und Jiggen mitzukommen. Jegliche Abwechselung war ihm recht, also tuckerten wir los, nur brachte er leider sein Pech mit an Bord und streifte es an mir ab: Ich demonstrierte am Spot kurz wie das ihm noch neue Poppern funktioniert, verpasste beim dritten Wurf einen GT, und ein paar Würfe später ging der nächste durch Schnurbruch im Knoten verloren. Das war mir noch nie passiert. In der nächsten Stunde kamen ein Barracuda, Jobfish und ein Bonito ans Band. Letztere zeige ich ja eher selten, aber dieser war wirklich kapital.

Kurz danach steig ein Fisch von etwa 10-12kg ein, wahrscheinlich ein GT. An sich kein Problem, aber aus dem Nichts explodierte meine geliebte MajorCraft Offblow. Schnur und Leitring gefetzt, dazu Rutenbruch knapp darüber, und die Spitze versank in der See. Das war nun echt bitter und unerklärlich, denn der Stock hat Dutzende GTs von teils über 40kg bezwungen. Muss irgendwo einen Schlag bekommen haben. Da blieb nur noch Jigging, aber die Misere setzte sich fort. Von zwei gleichzeitig gedrillten ordentlichen Yellowtail Trevallies verlor ich meinen, der die Hauptschnur am Bootsrumpf kappte. Immerhin bekam Johannes aber seinen raus und hielt damit endlich seinen ersten vernünftigen Seychellen-Fisch in den Händen. Dabei war es ihm auch völlig egal dass der nun nicht auf Fliege gefangen war, das fand ich sehr sympathisch.

Leider war sonst kaum Gutes an dem Spot und die Barracudas stahlen dazu reichlich Jigs. Während der Tour diskutierten wir natürlich das Fliegenfischen und ich gab ihm den Rat, für die letzten Tage ein Auto zu mieten, um das Riff im Südosten bei anstehend weniger Wind zu befischen. Nicht zuletzt da dort aktuell reelle Chancen auf einen Permit bestehen, den er bei all seinen Reisen noch nie gefangen hatte. Das schien mir die beste Option seinen Trip hierher noch irgendwie zu retten. Tags drauf, das war am 20., bin ich mit Mervin, Wolfgang und Andi an den Drop. Das Jiggen im Laufe des Tages war mit Amberjacks, einem kleinen Doggie, ein paar schönen Bohar Snapprn und anderem Kram bei insgesamt rund 50 grösstenteils releasten Fischen zwar nicht überragend, aber völlig okay.

Zwischendurch liessen sich dazu erneut immer mal wieder die Tune anwerfen und auch fangen. Einen erwischte Wolfgang auf seine leichte Slow Pitch Jiggingrute, und wir konnten kaum glauben dass der ordentliche Fisch von knapp 25kg  innerhalb von ein paar Minuten am Boot war. Auch dort machte der rein gar nichts, schien auf das Gaff zu warten, und bekam das dann auch gesetzt. Wolfgang war´s komplett recht so.

Hatte mich für den nächsten Morgen mit Johannes an dem besagten Riff verabredet und bin also trotz Regens pflichtschuldigst dort hin. Natürlich war er schon seit dem ersten Licht da, und so fischten wir ein paar Stunden zusammen unter einem schwarzen Himmel mit Blick auf das sich seewärts austobende Gewitter. Dabei kamen ein paar Trompeten und Snapper herum, zu sehen war natürlich unter den Bedingungen nichts. Das Pech war also weiterhin am Start, aber irgendwie habe ich es ihm wohl zurückgegeben. Auf meinen Vorschlag, eine bestimmte Sandfläche auf die mir dort geläufigen Permits abzuklopfen, wollte er lieber mal das andere Ende des Riffs auskundschaften. Kaum war er ausser Sichtweite stieg bei mir der Permit ein. Zwar nur ein Zwerg, aber unter den Bedingungen kam der rüber wie ein Sonnenaufgang.

Als Johannes nach einer seinerseits ereignislosen Stunde wiederkam war das natürlich ein Sargnagel und er wollte die Segel streichen, aber wir haben nochmal angesetzt – leider ohne Erfolg. Abends musste er dann noch einen Schlag hinnehmen, denn Ben, mit dem ich seit Jahren in Kontakt bin, und der auf Mahe schon Bones gefangen hatte, war direkt nach Ankunft an den trüben Hotelstrand hier in meiner Hausbucht getigert, und fing prompt diesen hübschen Bonefish. 

Hatte Bild und Info an Johannes weiter geleitet, aber statt Motivation damit wohl nicht unerhebliche Selbstzweifel ausgelöst. Die legten sich allerdings zumindest ein wenig als ich die mittlerweile von Ben erhaltene Info nachschob, dass dieser den Bone auf Spinnrute und Gummifisch erwischt hatte. Am nächsten Morgen, das war Johannes´  Abreisetag, hat er also bei endlich optimalen Bedingungen das Riff nochmal bearbeitet, und da kam prompt sein Permit noch herum. Dazu hatte er die Chance auf einen Besseren sowie je einen Bluefin Trevally und GT in der 5kg-Klasse. Also endete sein Auftritt hier zumindest noch auf einer positiven Note, und ein erneuter Besuch zu dann besser getimtem Zeitpunkt scheint zumindest nicht ausgeschlossen. Das war mir wichtig – ich mag es einfach nicht wenn jemand dieses tolle Revier anglerisch abschreibt. Aussderm hab ich Johannes als unheimlich netten Kerl kennengelernt, von dem ich viel lernen kann, und würde wirklich gerne nochmal mit ihm fischen. Wieder einen Tag später bei erneut strahlend schönem und windlosem Wetter ging es zum letzten Mal mit Wolfgang und Andi raus, Mervin steuerte diesmal den nördlichen Drop an. Jigging war eher unspektakulär, aber rund 40 teils auch schöne Fische kamen natürlich trotzdem herum, dazu einige Wahoos beim Trolling.

Auch die Tune waren wieder am Start. Zwar zeigten sie sich nicht wie an den Vortagen, aber Werfen zu gelegentlich auftauchenden Vogelgruppen brachte sie zuverlässig an die Oberfläche und auch die Köder. Leider verkürzte sich der Trip um ein paar Stunden, denn der wunderschöne Moontail Grouper aus dem Bild setzte Mate Leslie den frei baumelnden zweiten Jighaken in die Ferse. Das Malheur war mit Bordmittel nicht zu beheben und so lag danach recht zügig Kurs Praslin bzw. Krankenhaus an. An dem Tag gab es wie gesagt praktisch keinen Wind und die See war spiegelglatt, also waren die Bedingungen für Trolling an sich wirklich ungünstig. Insofern toll dass Chris aus Australien, dem ich Martins Makaira für einen Dreivierteltag empfohlen hatte, ganz begeistert war. Neben einigen schönen Fängen beim Bottom Fishing kam beim Schleppen auch ein Offshore Grand Slam bestehend aus Wahoo, Tun und Dorado herum. Einwandfrei.

Parallel zu all dem fischte Greg bereits einige Tage Topwater mit einer Gruppe aus Belgien. Zunächst lief das etwas unglücklich mit einem gehakten aber verlorenen GT am ersten Tag, und gleich mehreren Abrissen am Zweiten, aber an Tag Drei kam dann endlich der erste GT heil raus.

Ich war wirklich froh zu erfahren dass die gesamte Gruppe widerhakenlos fischt, also dürften die GTs die Köder gut wieder los geworden sein. Am vierten Tag allerdings waren sie am Drop auf Tune, konnten trotz etlicher Drills aber keinen landen. Dort draussen und auf diese Fische sind Widerhaken einfach nötig, und auch kein Problem, da Abrissgefahr in Hindernissen ja nicht droht. An eben diesem Tag, das war der 23., begleitete ich Ben und seinen Kumpel Kevin auf einer Poppertour um die Inseln mit Mervin. Wieder war es spiegelglatt und windstill. Ziel waren natürlich GTs, aber der erste gefangene Fisch entpuppte sich als ein für das Plateau sehr ordentlicher Tun.

Die GTs waren irgendwie semiaktiv. Bis zum Tidentiefstand gegen 11 Uhr hatten die drei Angler – Mervin fischte natürlich wie immer mit – rund 15 geraist, fast alle mit dem hier üblichen Standardmass um 25kg, aber nur zwei blieben hängen. Hier der Grössere: 

Danach waren erstmal nur noch die Haie halbwegs aktiv, ein paar wurden releast.

Langweilig wurde es aber troztdem kein bisschen, denn in dem kristallklaren Wasser zeigten sich potentielle Auslöser für echte Herzkasper. Zum einen war da eine Bande Permit unterwegs, und das waren richtig grosse Fische, die sogar mal Krabben von der Oberfläche pflückten. Ben, der sich mit der Spezies auch in gross auskennt, schätzte locker 15kg. Ich war so verdattert dass ich blöderweise das Filmen vergass. Am Grund in gut 20m Tiefe identifizierte Mervin kurz danach erst einen Trupp Napoleons in Formaten von wohl rund 70-80kg und dann noch einen Grouper, den er auf sicher über 100kg taxierte. Und wenig später nochmal einen sichtbar deutlich grösseren Napoleon. Das war alles fast surreal. Da Topwater erstmal nichts mehr ging jiggten Ben und Kevin zwischendurch ein wenig, fingen u.a. Golden Trevallies, und waren von der Power dieser Fische extrem beeindruckt. 

Spät am Nachmittag kam auch in die GTs wieder Leben, aber erneut nicht so richtig. Nochmals wurde mehr als ein Dutzend geraist und einmal verfolgte ein ganzer Trupp, alle sicher über 30kg, einen Popper, aber keiner schlug zu. Hängen blieben ganz zuletzt nur noch drei Kleinere, aber die beiden Gäste waren trotzdem von diesem Tag ganz hin und weg.

Bei Einfahrt in den Hafen quatschten wir noch kurz mit Albert auf dem Boot Stripper, auf dem ja neulich der 100kg Tun gefangen wurde, und das aus Mahe für eine Buchung hier nach Praslin gekommen war. Neben dem ja dieser Tage fast schon handelsüblichen Offshore Grand Slam aus Dorados, Wahoos und Tunen releaste die Truppe satte 6 Sails und einen Marlin. Besser geht es nicht. 

In der folgenden Nacht und bis zum Vormittag kamen massive Regenmengen runter. Gregs Belgier kauten Nägel, sind dann aber mittags raus, und das lohnte sich mit zwei GTs der ordentlichen Katgorie auch. Ben hingegen ging es deutlich leichter an und meldete abends noch einen leider noch entkommenen Bonefish. Diesmal auf Fliege, aber in der trüben Suppe nicht gespottet. Tags drauf, das war am 25., bin ich dort mal hin um mir die Lage anzusehen. Leider ist es dort weiter völlig trüb und verkrautet, aber ohnehin vor Ort waren zumindest ein paar blinde Würfe angesagt. Die brachten einen weiteren nicht so schlechten Permit und einen Fehlbiss, der sich nach Bonefish anfühlte. An sich hätte ich lieber das Riff im Südosten befischt, aber da der Südost nochmals mit ca. 14 Knoten ein Lebenszeichen sandte hab ich mir das verkniffen. Wolfgang hingegen warf dort am Abreisetag seinen Gummifisch, fing in den paar Stunden rund 20 Fische verschiedener Arten, und ein guter Bluefin Trevally bog ihm zum Abschluss noch den Haken auf. Das war auch der letzte Angeltag für Gregs Belgier. Rauh war es am Drop in diesem Wind, aber die Tune waren kooperativ, und insgesamt hakte die Truppe wohl um die 30. Raus kamen aber deutlich weniger da sie weiter ohne Widerhaken fischten. Dazu lief Jigging auch sehr gut mit einer schönen Artenvielfalt und richtig guten Fische darunter wie diesem Amberjack.

 

Tags drauf hatte Greg eine Halbtagestour mit einem Neuling im Topwaterangeln. Das brachte zwei geraiste GTs sowie einen in den Felsen verlorenen. Ein Segelfisch nahm den Popper, wurde ihn im Sprung aber wieder los. Und als der Gast sich werfend verausgabt hatte hängten sie einfach zwei kleine Lures an die Popperruten und fingen drauf schleppend noch ein Dutzend Dorados. Zu Zeit läuft halt fast alles. Aber eben nur fast: An dem Tag ging es mit Ben, Kevin und Mervin zum Drop hinaus, Jigging und Tune poppern war angesagt. In ersterem war allerdings ziemlich der Wurm. Gleich beim ersten Ablassen der Jigs waren alle drei Ruten krumm, standen aber binnen Sekunden wieder gerade – alle drei Fische weg, samt der Jigs natürlich. Verlegten uns dann umgehend 500m weiter, und sofort fing Kevin einen Amberjack wie den oben gezeigten, und direkt danach diesen nicht wirklich grossen, aber zumindest präsentablen Doggie. 

Danach ging beim Jiggen, egal ob flach oder tief, im erst ab- und dann wieder auflaufenden Wasser, praktisch nichts mehr. Vielleicht noch knapp 10 Fische kamen hoch, darunter einige weitere Amberjacks, und gut die Hälfte der Fänge war aussen gehakt. Laut Echolot standen die Fische unten überall gestapelt, aber beissen wollten sie praktisch nicht. Das war aber kein Drama, denn die Tune sorgten wieder für massig Spass. Praktisch jede angesteuerte Vogelgruppe brachte Biss auf Biss. Etliche knallten natürlich daneben, und trotz einiger Aussteiger und Releases waren die Boxen am Ende mit einem Dutzend prall gefüllt. Alles Fische in der 20kg-Klasse, nur Bens Letzter stach mit guten 36kg heraus und gab ihm ziemlich den Rest.

Auf dieser Tour brach bei mir die Tropengrippe heftig durch. Dadurch erstmal daheim gefesselt blieb aber wenigstens Zeit, das Video aus all dem Material zusammenzustricken. Im Ergebnis stehen nun rund 50min maximale Angelaction mit reichlich Livebissen und ohne Ende Fischen aller möglichen Arten zu Buche. Also nicht verpassen und einfach hier klicken. Montag war trotz Krankheit der alljährliche Werfttag durchzuziehen: Motorenservice, paar andere Reparaturen und Verbesserungen sowie natürlich Antifouling auftragen. Das ist bei einem Cat richtig ätzend, man liegt drunter und ist hinterher gesprenkelt mit dem Giftzeug. Wie üblich kamen trotz aller anschliessenden Schrubberei natürlich auch in den Tagen danach Hinweise auf übersehene oder ohne Giraffenhals schlicht nicht erspähbare Reste. Zumindest sollte ich aber nun nicht noch Seepocken bekommen. Seit dem vergangenen Wochenende hat sich stetiger Westwind um 14 Knoten eingerichtet. Damit bzw. darin hätte ich eh nicht rausfahren und selber fischen können. Aber für verschiedene Charterboote ging es noch zum Trolling, und neben den weiterhin prall gefüllten bunten Tüten aus Wahoos, Dorados und Tunen kamen auch wieder vermehrt Meldungen von Sails. Teils nur geraist, aber auch gefangen wie dieses tolle Exemplar von Greg mit gut 40kg.

Reicht alles nicht um beeindruckt zu sein? Na gut, einen hab ich noch, und zwar von Mervins ehemaligem Mate Sandro, der jetzt seit ein paar Jahren als Guide und Skipper für die exklusivste Liveaboard-Firma der Seychellen die gesamten Amiranten unsicher macht. An African Banks hatten die Angler auf seinem Tenderboot bereits etliche schöne Fische gefangen, als ein gewaltiger Marlin den vergleichsweise winzigen Stickbait nur ein paar Meter von dem Kahn wegschlürfte.

Zwei Mal hatten sie das Vorfach im Laufe der folgenden Stunden schon in der Hand, aber an 200lb war der immer noch hochmuntere Fisch nicht zu halten. Mit einem Flying Gaff wäre wohl etwas zu machen gewesen, aber das ist auf diesen release-orientierten Touren nicht angesagt. So zog sich der Drill bis ein Trupp Bullenhaie auftauchte, und dem Marlin den Garaus machte. Bekommen haben sie dann nur den Kopf, der immer noch 182lb an die Waage brachte. Aufgrund dessen und anhand der Bilder wurde der Fisch von Experten anschliessend konservativ auf 950lb geschätzt. Und das an Casting-Gerät, was für eine heftige Nummer. Hier nochmal der Kopf an der Waage und daneben mit dem Stickbait zum Vergleich.

Damit genug für dieses Mal. Nur das noch: Wer monetan hier ist, und nicht angelt – egal wie -, verbockt es gerade richtig. Oder ist jemand anderer Meinung?

 

16. Oktober 2018

Im letzten Report hatte ich ja für diesen Monat hoffnungsfroh schon einen Neuen mit buntem Mix zur Monatsmitte angekündigt. Lange sah es nicht so aus, als sollte dafür genug zusammenkommen, aber zuletzt nahmen die Dinge doch Fahrt auf. Das Wetter und die Windbedingungen verbesserten sich schrittweise unter schlechten Tagen, und wie üblich war das die Zeit gerade numerisch erstklassigen Trollings. Allzu viele Ausfahrten gab es zwar nicht, aber die kleineren Gamefish wie Dorados und insbesondere Wahoos waren wild unterwegs. Auf einer Tour am 04. hatten Greg & Phil (Bite Me) rund 350kg davon, andere Boote waren ebenfalls erfolgreich, und Offshore Grand Slams waren eher die Regel als die Ausnahme.

Dieser Wahoo war Teil eines Solchen für Dominik und Anke mit den beiden Jungs. Die waren allerdings am Ende ein bisschen unglücklich, denn die Biester hatten insgesamt sechs Lures weggeknabbert, davon satte drei Mal dadurch, dass im Drill ein Wahoo auf den Wirbel schepperte. Billfish waren nicht ganz so munter, aber dennoch kamen einige herum und werteten häufig die Slams zu Super Grand Slams auf. Dieser hier wurde auf Mervins Divinity gefangen und releast. 

An dem Tag hatte er dazu auch noch einen kleinen Marlin um 50kg releast und tags drauf am 05. später verlor er zwei im Drill am Drop da die Gäste einfach nicht angeln konnten. Besser lief es für Darryn auf einem der grossen privaten Boote ab Mahe, der dieses tolle Unterwasserbild eines grob 180kg schweren Exemplars bereitstellte. Vielen Dank dafür!

In jenen Tagen wäre ich auch gern mal wieder zum Trolling los, aber erst nahm mich eine kleine lästige Handverletzung aus dem Rennen, und danach hatten meine Kumpels arbeitsseitig keine Zeit, also musste ich mich anderweitig amüsieren. Das klappte so halbwegs, beim Schleppen mit zwei Lures zu Jigging- oder Popperspots in Inselnähe kamen auch für mich ein paar wenn auch nicht spektakuläre Pelagische herum. Die Jiggerei lief etwas schwächer als sonst. Mal nervten die Bonitos so dass es keinen rechten Spass machte, mal erhoben die Barracudas erheblichen Zoll auf meine Jigs. Etliche schöne Fische wie Golden Trevallies oder vor allem dieser Threadfin Trevally waren dennoch dabei.

Poppern war hingegen zum Haareraufen: Entweder schepperten die GTs daneben oder man konnte vor Haien kaum angeln. Einmal kam es inmitten der erfolgreichen Vermeidung von bis datio einem guten Dutzend dieser Nervensägen dann endlich zu einem soliden GT-Einschlag, aber genau in dem Moment riss die Hauptschnur. Nach Neuknüpfung passierte das Gleiche beim nächsten Wurf, das Auftüddeln eines zuvor aufgetretenen Windknotens hatte da wohl Spuren hinterlassen. Die GTs hier sind bekanntlich eh schon harte Nüsse, und mit zweifelhafter Ausrüstung weiter zu fischen wäre nicht waidmännisch gewesen, also gab es diesmal keinen für mich. Fliegenfischen stellte sich bei einigen Gängen an unterschiedlichen Plätzen auch schwierig dar. Wind, trübes Wasser und vor allem viel treibendes Kraut sorgten für reichlich Frust und lediglich die bekannten kleinen Fänge. Zu absoluten Ebbe sieht das Flat im Westen gern mal so aus, ein Traum.

Und kaum eine Stunde später, wenn das steigende Wasser das Kraut reindrückt, ist es ein Albtraum.

Umso grösser die Freude als nach dem ausschliesslichen Fang von allerlei Zwergen dann eines Tages endlich mal wieder ein passabler Permit zum Vorschein kam.

An dem Tag angelte auch Mervins alljährlicher Gast Wolfgang samt Ehegattin, die mir über die Jahre ebenfalls zu Freunden geworden sind, auf dem Riff herum, und fingen mit Ultraleicht-Spinngerät und kleinen Gummifischen allerlei vom Trompetenfisch bis zum Bluefin Trevally. Diesmal hatte sie noch Freund Andi im Schlepptau um wie üblich etliche Tage mit Mervin zu fischen. Dieser war allerdings in jenen Tagen noch auf einem Cat in den Amiranten unterwegs. Dort war die Angelei am ersten Tag wohl richtig gut mit elend viel Tunen und GTs Topwater, aber brach dann ein. Wolfgang und Andi wurden hier auf Praslin bei sich stetig verbesserndem Wetter langsam unruhig, also lud ich sie zu einem bisschen Light Jigging im La Digue Channel ein. Zielfisch war in erster Linie Golden Trevally, den sie noch nie gefangen hatten. Dachte da könnte ich weiterhelfen, und das klappte auch.

Insgesamt hatten wir nach vier Stunden drei Stück, nur bei Andi wollte es mit denen leider nicht klappen. Dafür steuerte er einen Grossteil der anderen fast 20 Arten bei, darunter diesen netten Whiteblotched Grouper.

Da es auch noch eine ziemlich grosse Schildkröte direkt am Boot, einen hüpfenden Sailfish und sogar zwei fette Wale nur 300m vom Ufer zu sehen gab war das alles in allem eine gelungene Veranstaltung, und die Jungs hatten erstmal wieder akzeptablen Puls. Mit Mervin ging es dann gestern endlich raus, natürlich zum Drop, und ebenso natürlich war das eine ganz andere Nummer. Quasi die Eröffnung der Jiggingsaison, und dass gleich beim ersten Runterlassen zwei schöne Fische einschlugen ist hoffentlich ein gutes Omen. Mit so einem Tun und Rosy Jobfish kann man schon mal starten.

Die ersten Stunden waren wirklich richtig cool, zumal wir auch zwei Tuna Frenzies sichteten. Aus der ersten kamen auf Stickbaits und Popper ein halbes Dutzend bis 25kg herum, aus der zweiten nur noch ein Kleiner. Allerdings verlor Wolfgang einen richtig schönen, der spektakulär einstieg und wohl an den 40kg gekratzt haben dürfte. Speedjigging im Tiefen lief auch gut bis zum Tidenwechsel, unter anderem mit einigen Amberjacks. Im ablaufenden Wasser wurde das allerdings immer zäher bis auf Slow Pitch umgestellt und später in flacheres Wasser verholt wurde. Dabei blieb die Bissquote hoch, gerade die Grouper sind verrückt danach, und auch Jobfish kamen sogar als Doublette raus.

Wie so oft setzte aber Mervin der Sache die Krone auf. Ein offensichtlich grosser Fisch machte ihm am leichten Slow Pitch Gear so die Hölle heiss, dass ich dem Fisch vorwärts und rückwärts hinterher fahren musste. Wir vermuteten einen ordentlichen Doggie, aber zum Vorschein kam stattdessen einer der wirklich seltenen Drop Off GTs.

Das war wirklich ein toller Wiedereinstieg in diese Angelei nach der langen Wartezeit und macht Appetit auf mehr. 

Abends brummte es dann in der lokalen Szene, denn das Boot Vogue hatte ab Mahe einen neuen Landesrekord für Gelbflossentun gefangen. Mit 100,6kg nicht nur ein toller Fisch, sondern als erster dreistelliger dieser Art ein Meilenstein. Und wenn man den Trend der bereits mehrfachen Rekordverbesserungen in diesem Jahr betrachtet wohl auch ein Indiz, dass die zunehmenden Beschränkungen für die grossen Schleppnetztrawler positive Wirkung zeigen. Danke für das Bild an Skipper Albert. Wäre auch heute gern wieder mit Mervin & Co. los, aber irgendjemand muss ja diesen Report zusammenhäkeln, also schaue ich gerade über die Kante des Laptops auf das von einem nur ganz leichten Südost bewegten Meer und gleichzeitig minimal in die Röhre. Aber der Wetterbericht ist gut so weit er reicht, die Transition ist da, und somit sollten nun viele hoffentlich produktive Tage auf dem Wasser folgen. 

 

 

Die früheren Berichte finden sich im Archiv.

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