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29. August 2020

Seit Anfang des Monats wird Mahe wieder von einigen Gesellschaften angeflogen, allerdings bei weitem noch nicht in den den vormaligen Frequenzen. Um den 23. herum waren es wohl um die 2.200 Touristen insgesamt, vor allem aus den Emiraten - ein Tropfen auf dem heissen Stein, aber doch zumindest ein Anfang. Die Charterboote brachte das allerdings nicht in Bewegung, hier auf Praslin ist mir eine einzige Kurzausfahrt, die nach einem ersten Wahoo abgebrochen wurde, bekannt. Das wenig erfreuliche, sehr windige Wetter hatte seinen Anteil an der auch meinerseits wenigen Angelei. Am 01. ging es knapp und teilweise in starkem Regen mal im La Digue Channel. Die Golden Trevallies liessen sich komischerweise nirgendwo blicken, aber so ein Yellowtail zieht auch gnz nett.

Ansonsten ergab sich der übliche Mix aus Küchenfischen und ein paar Exoten wie diesem hier.

Grouper stehen meist eher etwas nördlich des Channels, waren allerdings auch eher lethargisch. Umso schöner, dass dann doch mal wieder ein vorzeigbarer Whiteblotched zum Vorschein kam.

Nach über einer Woche Starkwind ging es am 10. wieder raus. Den Jig ein paar Mal schon am Ausgang der Hausbucht fallen zu lassen war eine gute Idee, denn mit gleich zwei schönen Goldens unter der Haube liess sich der Tagesplan locker angehen.

Diesmal sollte es nach Osten zu einem aufgrund extremer Haiverseuchung schwierigen GT-Spot gehen. Teil des Tagesprogramms war idealerweise das Finden von Jiggingspots in der Nähe, aber wie bei den beiden  vorherigen Suchen, die allerdings schon ein paar Jahre zurück lagen, fand sich nichts Interessantes. Etwas unmotiviert nur eine Stunde nach Niedrigwasser kam dann ein Stickbait zum Einsatz. Diese finden die Haie deutlich weniger interessant als Popper, und tatsächlich ging der Plan in Form eines fast schwarzen GTs in Normgrösse auf. 

Wie dunkel der Fisch wirklich war sieht man hier besser.

Das war natürlich sehr okay für einen Tag ohne grosse Erwartungen. Und wenn ich gewusst hätte, dass das Wetter bis zum Ende des Monats aufgrund durchgehender Windgeschwindigkeiten um 20 Knoten gar nichts mehr zulassen wird, wäre ich sicher auch am folgenden, noch halbwegs tauglichen Tag nochmals losgetuckert. Das Wetter war derart mies, dass selbst die grossen, privaten Boote aus Mahe gar nicht mehr draussen waren. An den erwähnten, ruhigeren Tagen waren sie allerdings unterwegs. Das 9G Sportfishing Team glänzte beim Trolling mit 4 Sails und einem Black Marlin, während das andere Schiff diesen GT auf Popper erwischte.

Heute beginnt der Wind laut Prognose abzuflauen, und die kommenden beiden Tage sollen fischbar sein. Das will ich nicht verpassen, deshalb kommt dieser Report auch schon zwei Tage vor Monatsende. 

 

31. Juli 2020 - Bildcollagen zum Vergrössern anklicken

Das war im Wortsinne ein ganz trüber Monat, zum einen des weiterhin touristischen und damit auch fast vollumfänglichen wirtschaftlichen Stillstandes wegen, und zum anderen  war das Wetter extrem übel. Der Südost lässt ja ohnehin eher wenig Gelegenheit zum Fischen, aber dass es fast den ganzen Juli hindurch heftig blies, und dazu trotz Trockenzeit auch noch fast täglich und ergiebig schüttete war arg ätzend. Ganz zu Monatsbeginn gab es mal eine kurze passable Phase, die mir am 04. einen einzigen Trip, wenn auch wieder mal nur in den La Digue Channel zum leichten Jigging, gestattete. Das lief immerhin rund mit rund 40 Fischen aller möglichen Arten und Grössen. Die sportlichsten darunter waren dort wie üblich die Golden Trevallies, und nach insgesamt sechs davon brannten die Arme.

Im ansonsten gängigen und von Jobfish für die Küche dominierten Mix tauchte aber auch dieser Zwerg von einem Hundezahntun auf. Manchmal verirren sich Kleine hier soweit auf das Plateau, aber das nun schon seit ein paar Jahren nicht mehr, und so winzig war davon bisher auch noch keiner.

Danach baute das Wetter wie erwähnt so weit ab, dass für mich gar nichts mehr ging. Einzig grössere Boote fuhren noch zu Anfang der Misere mal raus, und kamen so gerade noch zurecht. Saisonal typisch war das Trolling solide, die Tune ziehen über das Plateau, und wer sich daran versuchte wie der junge Bertrand hier auf Lazio oder die Mahe-Boote, wurde meist zweistellig belohnt.

Auch die Segelfische sind weiterhin am Start, allerdings ist der Run aufgrund der sehr wenigen Ausfahrten quantitativ nicht einzuschätzen.

Die fast 25m lange 9G war in diesen Bedingungen laut Skipper auch nicht mehr die gewohnte Sänfte, aber vermutlich Dank des GPS-Ankers konnten die Jungs sogar noch bisschen Grundfischen und Jiggen.

Statt besser wurde es immer schlechter, denn um den 20. zeichnete sich auf den Grosswetterkarten ein aussergewöhnliches Phänomen ab. So ein Wirbel sollte um die Jahreszeit gar nicht entstehen, und ebenso wenig so weit nördlich.

Zumindest hätte man erwarten dürfen, dass der Südost so etwas einfach auseinander bläst, aber das Ding blieb stabil und wanderte nach Nordwesten zum Äquator. Im Zuge dieses Verlaufs sahen mein Bötchen und ich hier auflandigem Wind von bis zu 25 Knoten und entsprechenden Brechern entgegen, da blieb nur, den Kahn in den sicheren Schutz der Lagune von Baie St. Anne zu verholen. Das hab ich in den ja nun über 10 Jahren hier zu dieser Jahreszeit auch noch nicht erlebt. 

Nachdem der Wind also binnen gut 8 Tagen einmal komplett um die Kompassrose oszilliert war geht nun seit dem 28. wieder der gewohnte Südost, aber immerhin endlich mit ein wenig Gnade. Das bedeutete, bei der Heimholung des Kahns am Wegesrande zumindest mal wieder ein paar Küchenfische zu jiggen. Gestern dann waren die Bedingungen so gut wie man sie sich während des Südost nur erträumen kann, so dass ich auch endlich mal wieder raus nach Westen konnte. Topwater war leider in den beiden jeweils zweistündigen Sessions morgens und nachmittags ein totaler Rohrkrepierer, es zeigte sich nichtmal ein dämlicher Hai oder Jobfish. Immerhin war aber das Jigging recht solide mit ein paar schönen Fischen in guten Grössen zwischen den Üblichen im Normalformat.

Hatte an dem befischten Platz ein paar Meilen Offshore auch auf den einen oder anderen Tun gehofft, vielleicht sogar werfend, aber es kamen leider keine vorbei. Trotzdem war es nach der langen Warterei eine Wohltat, wieder auf See zu sein. Ab Morgen öffnet der internationale Flughafen endlich wieder, und zunächst sollen drei Gesellschaften jeweils zwei Mal pro Woche hier eintrudeln. Inwieweit das den Tourismus und damit auch die Charterboote nennenswert in Gang bringt bleibt abzuwarten, aber immerhin sind wir dann nicht mehr so völlig isoliert wie die vergangenen Monate. Bisschen Hoffnung auf Gäste besteht insofern, als dass die Insel CoVid-frei sind und allerlei Massnahmen getroffen wurden, Näheres hierzu siehe hier. Mal sehen ob die Positionierung als eines der wenigen sicheren Urlaubsziele Wirkung zeigt.

Die früheren Berichte finden sich im Archiv.

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