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31. Oktober 2020 - Bildcollagen zum Vergrössern anklicken

Zum Fliegenfischen hab ich ja eine Weile nichts mehr geäussert – ganz einfach da es ewig lang nichts zu berichten oder zeigen gab. Wie in all den letzten 10 Jahren ausser dem Vergangenen finden sich auch dieses Jahr während des Südost in Ufernähe einfach keine Fische von nennenswerter Grösse. Der Grund ist schlicht dass keine nennenswerten Kleinfischschwärme in Reichweite kommen, das phänomenale 2019 war diesbezüglich offenbar eine absolute Ausnahme. Anfang Oktober hatten sich allerdings mal kurz Makrelen hier eingestellt, und damit kam auch ein Trupp Trevallies herein, die immer wieder raubten. Bin also schnellstens auf meinen Hausfelsen, und hatte dort endlich mal wieder eine gute Zeit. Zwar gab es erst einen Fehlbiss, und danach den Verlust eines guten Exemplars durch ärgerlichen Hakenbruch, aber am langen Ende liess sich doch noch ein richtig ordentlicher Brassy Trevally einstreichen.

Der tat mal wieder gut. Allerdings waren es nur eine Handvoll schnell misstrauisch werdender Fische, die auch den Bait innnerhalb einiger weniger Tage aufrieben. Da dieser vormittags unter einem Baum auf meiner Veranda im letzten Schatten Schutz suchte liess sich das Schrumpfen der Makrelentruppe perfekt beobachten. Und nachdem das Buffet leergefressen war zogen die Jäger natürlich auch umgehend ab. Bis dahin war nur noch ein Halbstarker zu erbeuten, und seither sind wieder nur die vielfältigen Leichtgewichte in Form selten mehr als handlanger Trevallies und Snapper sowie Hornhechte und Trompetenfische zu fangen. Die Baitballs sind ganz klar der Schlüssel für gute Fische, und ich schaue entsprechend mehrfach täglich nach entsprechenden Anzeichen – leider bisher ohne weitere Sichtungen. Bootsangeln war dank zumindest phasenweise sehr anständigen, aber nicht immer fischbaren Wetters die logische Alternative. Ein Trip am 05. gen Nordost brachte eine erstklassige Jiggerei, und gleich der erste Fisch stellte sich nach langem Gezerre mit der leichten PE2 Kombo  als Traum von einem Threadfin Trevally heraus. Was für ein geniales Teil!

Auch danach gab es Fänge satt, und darunter neben den rund 30 üblichen Küchenfischen auch noch einige, die richtig Druck machten. Da unten war richtig Bohei, und dass mir auf dem Plateau irgendwas so einen Minijig dermassen ruiniert, war auch neu. Das machen sonst nur die Doggies.

Auch ein Wahoo liess sich bei einem Platzwechsel noch abschleppen.

Insgesamt ein Spitzentag, dem nur durch gleich drei kapitale Fehlattacken von GTs innerhalb der nachmittäglichen anderthalb Stunden Popperei das Sahnehäubchen verwehrt blieb. Das wollte ich mir dann am 15. im Westen holen, aber es lief nicht wie geplant. Vormittags bei Ebbe war die Aktivität für die Bedingungen eigentlich ganz passabel mit einem Aussteiger eines kleinen GTs sowie je einem gefangenen Jobfish und Barracuda. Dazu folgte ein Segelfisch dem Stickbait, nahm aber nicht. Gegen Nachmittag mit stark steigender Tide hätte es eigentlich immer besser werden sollen, aber stattdessen ging ausser eine Haiattacke und einem weiteren Jobfish rein gar nichts mehr. Insofern war ich echt dankbar für diesen gleich morgens zum Start gefangenen Bluefin Trevally und bedauerte die Fehlattacke eines noch leicht grösseren kurz danach.

Vier Tage später ging es nochmals zum Jiggingspot vom Monatsanfang. Diesmal gab es leider keinen grossen Silberteller, und die Jiggerei war im noch fallenden Wasser zuerst extrem zäh. Nach Tidenwechsel kam aber Leben rein, und noch einige gute Fische liessen sich blicken.

Der erhoffte GT am wieder angefahrenen Nachmittags-Popperspot allerdings nicht. Irgendwie hatte ich diesen Monat absolut kein Glück mit den Viechern, denn auch am 28. auf einem ausschliesslich darauf ausgerichteten Trip nach Süden kam keiner an`s Band. Gleich morgens am ersten Spot schepperte umgehend ein Fisch daneben, den ich als nicht allzu grossen, schwarzen GT verbuchte. War aber vielleicht gar keiner, denn beim nächsten Wurf war die Rute krumm, das Kampfverhalten allerdings sehr untypisch, und zu meiner echten Überraschung kam nach einer Weile dieser nicht mal ganz schlechte Gelbflossentun zum Vorschein. Was der wohl keine 100m vor der Küste in nur knapp 10m Wassertiefe verloren hatte? Naja, zumindest fand er meinen Stickbait und später den Weg in die Küche.

Nach diesem gelungenen Start wurde es allerdings mehr als zäh. Auf einen zwischen Spots kurz geschleppten Lure versuchte sich zwar zwei Mal ein Sailfish aufzuhängen, schaffte es aber nicht. Und die ganze Werferei, egal wo und mit was, brachte nur noch irgendwann nachmittags einen zum Glück aber eher unambitionierten Hai hinter den Köder. Wetterseitig wäre noch der eine oder andere Trip mehr drin gewesen, aber da sich mein Steuerbordmotor nicht mehr hochtrimmen lässt, ergeben sich aktuell bei den ganz tiefen Ebben um Neu- und Vollmond logistische Probleme. Da muss ich den Kahn für jeweils eine knappe Woche statt an mein dann zu flaches Mooring weit draussen festmachen, und kann auch nur in kleinen, anglerisch eher untauglichen Zeitfenstern halbwegs in Ufernähe zwecks Betankung sow Be- und Entladung. Der Aufwand ist immer ziemlich gross, und so rutschten mir paar fischbare Tage sowie vermutlich auch der eine andere GT durch. Ganz ohne kommt aber auch dieser Report nicht daher, dank des nun hinlänglich bekannten Privatanglers aus Mahe. Geniales Bild wieder mal.

Da die Bedingungen solche Touren nun wieder zumindest manchmal zulassen war er auch zum Jiggen am Drop, und das funktionierte wie es soll.

Auch eine Jiggingcharter ab Mahe weit an den südwestlichen Rand des Plateaus lief genial für Bruce und seine Gäste auf SeyAmigo.

Die Palette war mehr als vielfältig, hier noch eine Auswahl der reichlichen Bilder. Die Jungs habe offensichtlich so ziemlich alles gefangen, das man sich wünschen kann, und dazu noch klasse bebildert.

Bin diesbezüglich ausgesprochen dankbar, denn hier fast immer nur noch meine eigenen Fische aus immer der gleichen Perspektive der montierten GoPro zu präsentieren nervt mich mittlerweile doch etwas. Zum einen da mein beschränkter Aktionsradius die Fänge, Bilder und somit auch die Berichte etwas einseitig werden liess. Zum anderen auch wegen des bei jeder Fahrt vorhandenen Drucks, zumindest einen präsentablen Fisch quasi fangen zu müssen, damit das hier nicht zu oft aus Misserfolgsbeschreibungen und langen Textpassagen besteht, denn mit Ausnahme der fast täglichen, zumeist ja bloss kleinfischlastigen Fliegenaktionen findet sich ja jeder meiner Angeltage in den Reports wieder. Insofern ist ein guter Fisch idealerweise gleich morgens immer wie ein abfallender Mühlstein, und meine weitere Angelei ist danach deutlich entspannter. Das war schon immer so seit ich dieses Projekt hier angefangen habe, aber ist in diesen Zeiten ganz besonders ausgeprägt. Insofern ist aktuell jedes bisschen Imput von aussen noch mehr willkommen als sonst. Selbiger fällt halt leider nun seit Monaten gering aus, und es wirkt leider nicht so, als sollte sich das bald normalisieren. Umso besser dass Sergio aus der Schweiz auch noch nett lieferte. Wie letztes Jahr gab ich ihm einige Tipps für seinen Cat-Trip um die Inner Islands, aber zunächst lief sein Trolling praktisch gar nicht. Im Laufe der Tage wurde es allerdings immer besser, nach einem ersten Sail und Tun wurden die Wahoos immer zahlreicher. Und auch ein weiterer, ebenfalls releaster Segelfisch kam neben vielen weiteren Fischen wie einem grossen Barracuda noch dazu.

So wurde es unterm Strich noch eine tolle Woche für ihn. Und auch ich bin froh, dass dieser Report endlich mal wieder etwas vielseitiger daher kommt. Und dazu dass auch mal wieder eine Lageeinschätzung zum Trolling möglich wurde, denn diesbezüglich tut sich ja mangels Chartergästen sonst praktisch gar nichts. Die lokalen Jungs schleppen höchstens mal bisschen zu und zwischen ihren Spots zum Bottom Fishing vom verankerten Boot, denn aufgrund der sich hier immer weiter anspannenden wirtschaftlichen Lage ist Sprit- und ganz allgemein Geldsparen überall angesagt. Hoffentlich kommen bald wieder bessere Zeiten, aber zumindest sind wir hier aktuell noch sicher und gesund. Das Gleiche wünsche ich auch Euch allen. 

 

30. September 2020 - Bildcollagen zum Vergrössern anklicken

Zu Monatsbeginn war es wie jahreszeitlich typisch meist sehr windig, und so blieb zunächst nur am 06. ein bisschen leichtes Jigging im La Digue Channel. Das lief aber sehr gut mit einer Menge Küchenfische und ein paar Besseren dazwischen. Ärgerlich nur dass auf der Tour gleich 3 richtig gute Fische davon kamen. 

Am 09. war es ruhig genug, um im Westen auf GT zu poppern. Am ganzen lieben langen Tag kam aber erst nachmittags ein Einziger hoch, hing auch solide, aber bereits unter dem Boot zu sehen wurde er noch den Haken los. Das passiert in der Phase an sich nie und brachte weiteren Verdruss. Tags drauf verbrachte ich das Boot in Anbetracht meiner anstehenden Deutschlandreise nach Baie St. Anne in die sichere Lagune. Die Popperrute war an Bord, aber während dieses Vormittags zeigte sich nur ein müder Hai sowie ein Duo kleinerer GTs als Nachläufer. Während ich also mit der Bande bis zu meiner Abreise kein Glück hatte schlug allerdings der mittlerweile ja auch schon in den vergangenen Monaten häufig hier beitragende private Angler aus Mahe im Wochentakt bei diesen richtig gut zu. 

Das ist mal eine ordentliche Serie, und dazu noch toll fotografiert – vielen Dank! Bin offen gesagt überrascht, denn allen meinen Infos zu Folge sind die eher wenigen Strukturen dort doch arg überfischt. Entweder angelt er woanders, oder macht irgendwas sehr richtig. Dass er es auch interdisziplinär drauf hat zeigte sich dann erneut am 27., an dem er gleich 4 der an sich fast unfangbaren Milkfish auf Fliege überzeugen konnte. Ich bin beeindruckt!

Hier auf Praslin tat sich während meiner Abwesenheit vom 11. bis zum 25. sportanglerisch rein gar nichts. Allerdings rauschten die kleinen Commercials in eine Reihe Marline hinein. Einer wurde an einem auf dem Weg zum Grundfischen geschleppten Köder gelandet, und zwei weitere nahmen auf die Handleinen gehakte Fische. Der Grössere wurde auf 150-170kg geschätzt. Das sieht doch ganz gut aus für die anstehende Saison – hoffentlich kommen Angler, um diese zu nutzen. Gestern hab ich das Boot aus Baie St. Anne heim geholt, und dabei die schon auf dem Hinweg befischten Spots nochmals gründlich ausgekämmt. Der erste Fisch des Tages war prompt ein GT, aber mit rund 55cm ein unbefriedigender Zwerg. Danach ein Garfish, anschliessend ein Hai, es sah nicht gut aus. Aber am allerletzten, insgesamt eher selten produktiven Spot schepperte es dann doch noch richtig.

Mit um 35kg war es dann auch noch ein richtig schönes Ding, und kam als Tagesabschluss mehr als recht. Im kommenden Monat sollten sich nun langsam aber sicher immer mehr fischbare Tage ergeben, mal gucken wie es wird.

 

Die früheren Berichte finden sich im Archiv.

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