Spinnfischen

Ideal zum Spinnfischen ist natürlich, ein Boot zur Verfügung zu haben. Das Spektrum erreichbarer Plätze vergrössert sich ungemein, schnelle Standortwechsel sind problemlos möglich, und man hat einen Skipper, der die aussichtsreichsten Stellen kennt. 

Aber auch ohne schwimmenden Untersatz, ob trockenen Fusses vom Ufer aus oder watend, eröffnet sich eine spannende Fischerei in einmalig schöner Umgebung. Günstige Plätze sind allgemein Felsnasen, von denen aus tieferes Wasser in Wurfweite liegt, und die ein gewisses Maß an Strömung bieten. Das Gelände ist aufgrund der grossen Felsblöcke und wuchernder Pflanzen jedoch oft unwegsam, so dass viele erfolgversprechende Plätze kaum oder gar nicht erreichbar sind. Ungehinderten Zugang zum Wasser eröffnen hingegen die zahllosen Traumstrände der Seychellen. 

Seychellen angeln Spinnfischen Stelle

Hier empfiehlt es sich, die zumeist von Felsstrukturen eingefassten Seiten der Strände zu befischen. Ebenfalls gut sind die Bereiche, an denen sich eine Öffnung bzw. Durchfahrt im Aussenriff auftut, sowie Stellen, an denen dieses sich am nächsten zum Strand befindet. Erfahrungsgemäss ist die Aktivität in den 2 Stunden um Höchst- und Niedrigstwasserstand am geringsten. Ideal sind hingegen die dazwischen liegenden Phasen stärker strömenden Wassers. Wenn diese dann noch mit der Morgen- oder Abenddämmerung zusammenfallen: Perfekt!

Seychellen angeln Spinnfischen Trevally vom Ufer

Mit einer kräftigen Spinnrute um 100g Wurfgewicht und einer Stationärrolle mit etwa 30lb tragender Schnur ist man für fast alle Eventualitäten vernünftig gerüstet, und kann auch einigermassen weit werfen. Notfalls lässt sich auch das für das leichtere Grundangeln beschriebene Geschirr einsetzen. Wichtig ist, gerade vor Geflochtene ein ordentliches Stück stärkere und vor allem abriebfeste Mono oder Flourocarbon in 0,60-0,80mm zu schalten. Mindestens in Rutenlänge, aber wenn es eine entsprechend grosse Beringung der Rute erlaubt, auch gern doppelt so lang. Aufgrund des zumeist ausgesprochen klaren Wassers verlangt das Vorfachmaterial einen Spagat: Zu grob kostet Bisse, zu fein hingegen oftmals den Fisch samt Köder. Barrakudas und insbesondere die omnipräsenten Garfish - eine lokale Hornhechtart bis 1,50m Länge, die im Drill rasante Fluchten und akrobatische Sprünge bietet - machen mit allem ausser Stahl oder Titan kurzen Prozess. 

Seychellen angeln Spinnfischen Garfish

In die Köderbox gehören kleinere Stickbaits und Popper, dazu Meerforellenblinker,  -wobbler und Ähnliches, das sich vergleichsweise schnell führen lässt. Grundsätzlich werden - ausser bei den Poppern - natürliche Designs bevorzugt, aber einige Köder in Schockfarben sollten trotzdem mit. Neben den bereits genannten Arten sind u.a. verschiedene Snapper, Queenfish, Pompanos, Yellowspotted- und andere Trevallies zu erwarten. Diese lassen sich im Regelfall mit dem beschriebenen Gerät beherrschen, aber es kann auch jederzeit zu heftigen Überraschungen kommen. Dem Autor sind beim Baden, Schnorcheln oder auch einfach nur Ausschau halten von der Veranda immer mal wieder Trupps von Giant Trevallies der 25kg-Klasse aufgefallen, die mit einer solchen Ausrüstung dann natürlich kaum zu halten sein werden. Auch kann jederzeit ein normaler Fisch die Leine um einen Felsen oder eine Koralle ziehen, und sie dabei durchtrennen. Darum, wie bereits im Themenfeld poppern geäussert, auch hier die dringende Bitte: Tauschen Sie im Interesse der Fische Drillinge gegen widerhakenlose Einzelhaken aus, damit diese im Falle des Falles Ihren Köder wieder loswerden und überleben.

Seychellen angeln Spinnfischen Arten

Eine recht nette Variante ist das Stalking im Flachwasser, also gesichtete Fische an leichterem Tackle gezielt anzuwerfen. Hierfür sind Spinnruten mit Wurfgewichten von etwa 50g und eine Geflechtschnur um 10kg Tragkraft gut einsetzbar. Sollte etwas Grosses zusteigen, so hat man danach zwar wahrscheinlich nur eine interessante Kurzgeschichte zu erzählen, aber durch die Fischerei auf Sicht und bei realistischer Einschätzung des Geräts lässt sich ein solches Szenario zumeist vermeiden. Als Köder an einem 20lb Flourocarbonvorfach empfehlen sich kleine Jigköpfe mit Twistern oder Creaturebaits, aber auch Haarjigs. Diese müssen keine Kunstwerke sein, simple selbstgebundene Kreationen erfüllen zumeist ihren Zweck und sind dazu deutlich haltbarer als Gummiköder.

Tipps: Was mit muss sind Kopfbedeckung, Sonnenschutz, eine Landehilfe wie z.B. der BogaGrip oder wenigstens ein Paar schwere Bauhandschuhe, denn einige der zu erwartenden Fische besitzen Stacheln oder scharfe Schuppenplatten. Ganz wichtig ist eine ordentliche Polarisationsbrille, denn häufig wird auf Sicht gefischt. Beim Waten unbedingt Schuhe tragen, denn ein Korallenstück im Fuss oder auch nur ein unscheinbarer kleiner Kratzer kann sich aufgrund von Mikroorganismen böse infizieren und heilt generell eher schlecht. Watschuhe sind optimal, und Crocs immer noch besser als nichts. Für Praslin gibt es auf Anfrage gern ein paar jahreszeiten- und wetterabhängige Stellentipps. Und manche Hotels bieten ihren Gästen für kleines Geld oder sogar gratis Kanus, Kayaks o.ä., die den Aktionsradius natürlich erheblich erweitern.

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