Reports Januar 2021

31. Januar 2021 - Bildcollagen und Album zum Vergrössern anklicken

Der erhofft positive Start in`s neue Jahr ging komplett in die Hose: Kurz vor dem Jahreswechsel ist hier das Virus aus der „Touristenblase“ ausgebrochen, und trotz umgehenden, mittlerweile mehrfach verschärften und verlängerten Lockdowns samt nun nächtlicher Ausgangssperre liess es sich bisher nicht wieder einfangen. Die absoluten Zahlen sind natürlich vergleichsweise klein, aber in Relation zur Bevölkerungsgrösse dann doch mindestens vergleichbar zu denen in Europa und anderswo. Spazieren gehen dürfen wir noch, und gegen eine mitgetragene Fliegenrute hat auch niemand etwas einzuwenden. Allerdings liefert der momentan einzig fischbare Platz überhaupt nicht mehr, also ist das nur Bewegungstherapie. Dazu blies der Nordwest die ersten beiden Wochen stetig zwischen 15 und 22 Knoten, da wäre auch von einem funktionierenden Kleinboot nichts für mich gegangen. Erst am 17. lag endlich ein Abflauen des Windes im Tagesverlauf an. Mein Bootsmechaniker muss wohl gespürt haben, dass er das ohne Reparaturvollzug nicht unversehrt überstehen wurde, und meldete abends zuvor endlich den Einbau eines irgendwo ausgegrabenen, gebrauchten Startermotors. Also sauste ich am nächsten Morgen mit all dem Gerät und Spritkanistern im Auto nach Baie St. Anne zum derzeitigen Ankerplatz, wuchtete das Gerödel durch den Schlamm zum Kahn, und tuckerte los. In Anbetracht des immer noch saftigen Windes und skeptisch bezüglich des Kahns nach der langen Liegezeit hielt ich mich aber unter Land. Immerhin kam gleich an den Hafenfelsen der erste GT des Jahres an Bord – wenn auch nicht annähernd in der gewünschten Grösse.

Am langen Ende war ich dann aber doch froh über den Zwerg, denn der Rest des Tages war sehr zäh. Topwater tat sich weder dort noch am anderen befischten Platz vormittags oder nachmittags noch irgendwas, und auch das leichte Jigging im La Digue Channel war diffizil. Da der Wind die gegenläufige Strömung komplett kompensierte gab es Null Drift – konkret 50m in der Stunde. Das erzwang, kleine Fischansammlungen mühsam auf dem Echolot zu suchen, und dann dort ein paar der vorsichtigen Bisse zu verwerten. Für die damit verbrachten 3 Stunden waren rund 20 wenn auch unspektakuläre Fische, meistenteils Green Jobfish, aber auch Bluefin- und Bigeye Trevallies, dann aber doch nicht so übel. Die nächsten beiden Tage war der Wind komplett weg, die See lag spiegelglatt, und die Tide verhinderte abendliches Einlaufen an meinen Liegeplatz, also blieb ich erstmal wieder an Land. Und das leider auch für den Rest des Monats, denn danach zeigten sich die Wettervorhersagen  durchgehend ungünstig mit vielen Regenfronten und gelegentlichen Gewittern. Abends rückblickend wäre es an einigen Tagen doch gegangen, aber das Risiko war mir zu gross.  Auf der Charterseite tat sich hier natürlich auch fast nichts. Wie auch bei ganzen 747 einreisenden Touristen innerhalb der ersten drei Wochen des Jahres? Das ist am Rande bemerkt im Vergleich zum Vorjahr ein Minus von gepflegten 98%.  Einzig Brandon auf UnReel hatte ein paar Trollingtrips mit einem Gast, der schon fast 2 Monate hier ist. Diese verliefen insgesamt sehr produktiv mit dem üblichen Mix aus kleineren Gamefish, darunter vielen der für das Plateau üblichen, kleineren Tune. Ein Sail wurde releast, ein anderer machte sich vorher davon. Auf einem Trip zum Drop Off wurde auch bisschen gejiggt. Hier ein Album mit ein paar Bildern.

Der Hai nahm übrigens einen Wobbler beim Schleppen. Auch aus Mahe war lange gar nichts zu hören. Hatte mich schon gewundert, was mit den Jungs vom 9G Sportfishing Team los sein könnte, aber am 23. Januar meldeten sie ihren Jahresauftakt. Mit Black Marlin, Segelfisch, einem Hundezahn- und reichlich Gelbflossentunen sowie Wahoos. Vom Feinsten.

Mangels Angelaktivität haben die Marline hier in der aktuell laufenden Saison sicher ein angenehm ruhiges Leben. Aber in guten Zahlen am Start sind sie vermutlich, denn auch der Privatangler aus Mahe vermeldete ein paar Tage später diesen schönen Blauen, der selbstverständlich ebenfalls releast wurde.

Und dann war da noch Victor aus Mahe, der einen richtig guten Tag beim Poppern und Jigging auf seinem privaten Boot erwischte.

Aber das war`s auch schon für diesen Monat. Ob sich im Kommenden mehr tun wird erscheint arg fraglich. Seitens der hiesigen Behörden ist man jedoch zumindest für die nächsten Monate optimistisch. Unmittelbar nachdem zu Jahresbeginn hier mit dem Impfen begonnen wurde, erging die Meldung, dass bis Ende März hier 70% der Bevölkerung geimpft sein würde. Und dass damit aufgrund der Herdenimmunität dann wieder jeder – ob geimpft oder nicht – lediglich mit einem negativen PCR Test ohne Quarantäne in`s Land darf. Mal gucken ob das so klappt – schön wär`s ja.

 

Die früheren Berichte finden sich im Archiv.

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