Reports Oktober 2015

31. Oktober 2015

Die ersten beiden Tage nach dem letzten Report war das Wetter grauslich - reichlich Wind und noch mehr Regen. Passend dazu trafen Stephan und Jürgen ein, dieses Jahr etwas früher als sonst. Am Freitag dem 16. sind sie umgehend mit Mervin (Divinity) raus zum Light Tackle Trolling. Neben einem Dorado und einigen Bonitos kam dabei auch gleich ein feister Sail herum, der auf rund 40kg taxiert und releast.

Am Folgetag ging es zum poppern los. Dabei ging ein GT verloren, und ein offenbar wirklich grosser Nachläufer kam ins Bild. Ein weiterer Fisch ging durch Abbiss flöten, dürfte somit ein Hai gewesen sein. Zeitgleich waren Ted und ich unterwegs um Bonitos als Ködermaterial für das anstehende La Digue Turnier zu fangen. War ein hartes Brot: Zwar war von den östlichen bis hoch zum nördlichen Spot alles voller Vögel, Bait und Zielfischen, aber die wollten kaum beissen. Selbst wenn man mitten hindurch schleppte. An der nördlichsten Stelle war das ein Fischaufkommen wie ein Teppich. Wir kamen uns teilweise vor wie Moses, nur dass wir statt des Wassers mit einem Stab die Fische mit dem Boot teilten. Hinter uns schloss sich dann die Frenzy wieder, aber Bisse kamen trotzdem immer nur vereinzelt.

Immerhin bekamen wir aber unser Dutzend dann doch zusammen, dazu noch 2 Tune, und ein Dorado kam ab. Im Laufe des Mittags hatte der Wind auf Nord gedreht, und frischte immer weiter auf. Das wurde zu einem formidablen Unwetter, und wir waren froh, die Suppe im Rücken zu haben. Mervin und die beiden Jungs waren im Süden, hatten eine entsprechend mühsame und langwierige Rückfahrt, und gönnten sich den folgenden Tag Landurlaub. Montag griffen sie aber wieder an und fingen beim poppern ein paar Fische, darunter diesen schönen GT.

Am Dienstag dem 20. ist Greg (Pipsqueek) mit 2 deutschen Anglern zum gemischten fischen los, aber das Wetter war richtig übel mit Wind von mehr als 15 Knoten aus WNW und Regen ohne Ende. Die beiden offenbar hartgesottenen Gäste, mit denen ich vorher schon per Mail in Kontakt stand, berichteten denn auch von von fast unmöglichem poppern mit 3 Fehlbissen wohl kleinerer GTs. Dazu gab es noch 2 verpasste Dorados und einen Sail-Fehlbiss beim schleppen. Auch jiggen war bei den Bedingungen praktisch aussichtlos, aber dabei kamen zumindest ein paar Fische sowie ein Krake herum. Das ist eher ungewöhnlich, und die Sichtung eines Walhais stand am Ende auch noch auf der Habenseite. Auch Mevin war wieder mit Stephan und Jürgen unterwegs, und zwar am Drop Off. Konnte es kaum glauben bei dem Wetter. Dort draussen war die Drift ebenfalls so heftig, dass sich kaum jiggen liess, und dabei nur 2 Doggies bis 18kg sowie ein paar kleine Amberjacks und Konsorten herumkamen. 

Trolling lief besser mit einem Wahoo sowie 4 geraisten Sails, von denen 2 gefangen und releast wurden. Tags drauf fischten sie nur ein paar Stündchen hinter den Sisters, aber die hatten es mit 7 gefangenen von 11 geraisten Sails wirklich in sich.

Am Donnerstag, dem 22. war ich gerade mit allen Vorbereitungen für La Digue fertig geworden, als sich herausstellte, dass Carlos kurzfristig am Samstag würde arbeiten müssen. Dazu war Ted ein Zahn im Mund buchstäblich explodiert, und der damit ebenfalls ein Ausfall. Zum Glück konnte ich aber kurzfristig bei Martin auf der grossen Venture zusteigen, und so dann doch dabei sein. Mervin telefonierte abends noch rein, dass er zwischen Mahe und Praslin beim poppern ein Gebiet mit braun-rötlichem Wasser entdeckt habe. Das hatte er wohl schon vor Jahren beim letzten grossen El Nino erlebt, und danach kam es zu Fischsterben. Die Angelei war an dem Tag für Stephan und Jürgen eher zäh. Ein grosser GT ging in den Felsen verloren, aber es kam neben ein paar Jobfish als Highlight des Tages zumindest noch dieser tolle Tun auf Popper herum.

Am Freitag, ihrem Abreisetag, ging es dann nochmals für ein paar Stündchen zum poppern raus. Dabei verpassten sie laut Mervin nicht nur 3 Sails, sondern auch einen richtig grossen GT; hielten sich aber mit ein paar kleineren Exemplaren schadlos. Alles in allem gerade wetterseitig keine optimale Woche für die beiden, aber wohl doch zumindest gut genug, dass ich mich auf ein Wiedersehen nächstes Jahr freuen darf. Verabschieden konnte ich sie leider nicht, denn zwischenzeitlich war das Team Venture, durch meine Wenigkeit ergänzt, auf La Digue eingetroffen. Die dieses Jahr nochmals auf nun 26 Stunden ausgedehnte Angelzeit hatte wohl den meisten Kleinbootfahrern den Zahn gezogen, gerade im Hinblick auf das unstete Wetter. Insofern waren im Hafen fast nur "Schlachtschiffe" zu sehen. Um 13:00 Uhr ging es los, rund 2,5 Stunden später erreichten wir Bird Island im Norden, und zur Bergrüssung sprang ein winziger Sail von vielleicht 8 oder 9 kg ein paar Mal um´s Boot herum. Wir waren aber erstmal auf Grundfischen und Jigging ausgerichtet. Leider erwiesen sich unsere beiden Koordinaten dort oben als absolut fischleer. Also war suchen angesagt, aber gerade dann fiel das Echolot aus, und kam auch nicht mehr in Gang. Das war natürlich übel, denn so mussten wir nach Plotterkarte halbwegs interessant aussehende Bereich finden, und dann einfach testfischen. Nach zahllosen unergiebigen Driften sowie frustrierender Jiggerei meinerseits fanden wir dann gegen Mitternacht endlich eine halbwegs produktive Bahn. Was für ein Gefühl, als es endlich mal auf den Jig einschlug, und ein mir bis dato unbekannter Trevally von rund 6kg hoch kam. Im Laufe der Nacht, teils frei driftend, teils am bremsenden Anker, fingen wir dann aber doch noch auf Naturköder so an die 140kg unterschiedlicher Grundfische. Dabei glänzte Martin mit einem feisten Grouper. Hier ein Bild davon, das Samstag Nachmittag beim Wiegen entstand.

Morgens starteten wir dann mit Trolling enlang des Drops nach Osten. Aber auch das lief nicht wirklich rund. 2 Wahoos, ein Rainbow Runner und  2 Bonitos, die sofort zu Sashimi verarbeitet wurden, waren der ganzen Mühe Lohn. Rund 20 Minuten vor der Deadline waren wir dann wieder in La Digue, wo es in Strömen regnete. Statt des üblichen Menschenauflaufs und dröhnender Musik verloren sich somit diesmal nur ein paar Gestalten unter Regenschirmen, und alle versuchten, das Wiegen so schnell wie möglich hinter sich zu bringen. 

Wir waren als eines der letzten Boote an der Reihe, und so konnte ich noch ein bisschen die Anderen und ihre Fische begutachten. War sehr überrascht, dass kein Marlin und auch nur 3 Sails an die Waage kamen. Offenbar kluge Tierchen, denn da der komplette Fang durch eine Fischverarbeitungsfirma aufgekauft, und der Erlös gespendet wird, gab es bei diesem Turnier keine Releaseregelung. Hoffentlich beissen sie dann beim Releaseturnier kommenden Monat umso besser. Grösster gesichteter Fisch war dieser Doggie, der aus der Kiste ragt.

Irgendwann hatten es dann auch wir geschafft, unsere Fänge brav nach Arten in die Kisten zu sortieren. Im Hinblick auf das ausgefallene Sonar eigentlich kein schlechtes Ergebnis, aber wirkliche Kandidaten für zumindest einen Artenpreis sahen wir nicht recht im Fundus.

Hab auch noch ein kleines bisschen gefilmt. Für ein wirkliches Video reichte das nicht, aber einen kurzen Clip gibt es auf Facebook hier zu sehen. Sonntag Morgen, ich war gerade wieder auf La Digue und auf dem Weg zum Price Giving, meldete sich Ted per Telefon: An der Westküste Praslins seien die Strände voller toter Fische. Da hatte Mervin also Recht gehabt. Bei den Ehrungen stellte sich heraus, dass mein gejiggter Trevally, der mir gegenüber als Horseye Jack klassifiziert wurde obwohl ich das für eine atlantische Art hielt, immerhin Zweitgrösster des Turniers war - jedoch um mehr als 20kg geschlagen von einem GT. Auch Martins Grouper belegte einen zweiten Platz. Das waren eigentlich unsere Eisen im Feuer gewesen, und insofern war es eine nette Überraschung, dass wir für eine Grouperart (hier Monsieur Hangar genannt) nochmals einen 2. Platz sowie sogar den Ersten belegten. Gesamtsieger wurde - fast schon wie üblich - das Team Island Star mit reichlich Artenpreisen, und dem Sieg in allen grossen Kategorien. Wenn die Gerüchte stimmen, fischt das grosse Boot offenbar auf einer abgelegenen Bank rund 120SM südlich schon weit jenseits des Plateaus. Wenn man mal ins Kalkül zieht, wieviel Zeit für An- und Abfahrt draufgeht, und wie wenige Stunden dann zum fischen bleiben, muss der Platz gigantisch sein - ein Gesamtfang von mehr als einer Tonne Fisch spricht natürlich für sich. Und dass dort sonst kein anderes Boot hin kommt, schadet natürlich auch nicht. Aber wer kann, der kann halt. Herzlichen Glückwunsch!

Was war sonst noch erwähnenswert? Kumpel Ruslan drillte einen grossen Marlin von wohl über 200kg für zweieinhalb Stunden, als der Fisch dann doch noch nur rund 20m vom Boot entfernt ausstieg. Alati verpasste dazu wohl 3 Marline und etliche Sails, und auch andere Boote sahen Billfish. Aber ein Fangtag für diese war es wie gesagt diesmal einfach nicht. Greg war mit Gästen am Turniersamstag draussen, und sah die Boote zurück Richtung La Digue düsen. Er selbst und seine Gäste hatten ein Erlebnis der besonderen Art. Ein Marlin von geschätzten 120kg  spielte rund eine halbe Stunde immer wieder an dem selben Lure, aber war mit keinem Trick zu haken. Kaum hatte der sich dann verabschiedet, so tauchte ein Kleinerer von vielleicht 60kg auf, und übernahm. Auch dieser mochte nur den einen Lure, aber ebenfalls nicht genug, um zu beissen. Der fast schon bemitleidenswerte Mervin war auch schon wieder ohne einen Pausentag im Einsatz, denn eine neue Gruppe hatte sich eingestellt. An jenem Samstag war jiggen am Drop angesagt, und das lief sehr gut. Nebst der üblichen und reichlichen Palette aus Amberjacks, Black Jacks, Green Job, Vara Vara, Groupern usw. kamen auch rund 20 Doggies bis 25kg ans Licht. 

Allerdings hatte der Wind aus West im Tagesverlauf massiv aufgefrischt, und die Rückfahrt setzte seinen Gästen so zu, dass sie Sonntag pausieren wolten, da es immer noch blies. Montag waren sie aber erneut draussen am Drop, und wieder lief es rund. Diesmal waren die Doggies noch grösser bis 40kg, und obendrauf stieg auch noch ein Sail auf Jig ein, der aber am Boot das Vorfach sprengte. Dienstags hatte dann Christian (Djab Lavwal) 4 Stunden Trolling mit ein paar Bonitos, und dazu diesem Sail.

Mittwoch Nachmittag bin ich dann mal zum poppern los, aber an den beiden Plätzen kam in 4 Stunden kein GT in Sicht; stattdessen nur Haialarm. Einer nahm den Popper trotz Stillhaltens, spuckte ihn aus, und als er gerade wieder an die Oberfläche kam, nahm ihn sofort ein anderer Fisch. Der wirkte eher grünsilbrig, und auch das Drillverhalten liess mich auf einen kleineren GT oder zumindest einen guten Jobfish hoffen. Aber nach 10 Sekunden oder so war plötzlich der Popper glatt abgebissen. Wenn sich die Fische keine Scheren zugelegt haben, war das also wohl auch ein Hai. Ein weiterer biss später, und kappte ebenfalls das Vorfach. Zum Glück kam der Popper hoch, so dass ich ihn einsammeln konnte. Allerdings wollte der Hai nicht recht ablassen, sondern stupste und kaute noch immer drauf herum, bis ich auf ein paar Meter ran kam, und er sich dann doch trollte. Einziges Aha-Erlebnis war somit ein recht feister Doggie von 25-30kg, der mal den Popper bis direkt ans Boot verfolgte. Den hätte ich natürlich gern gehabt. Greg hatte an dem Tag auch nochmals ein kleines Trolling und vermeldete 5 Tune, 2 Wahoos, Bonitos sowie einen beim ersten Sprung verlorenen Sail. Mervin war mit seiner Gruppe poppern, berichtete von vielen Nachläufern, 3 GT-Abrissen nebst 2 gefangenen und einem durch einen Doggie aufgebogenen Drilling. Einen weiteren konnten sie dingfest machen. Auch am Donnerstag und gestern war das jiggen wohl wieder absolute Spitzenklasse mit Amberjacks bis 35kg. Christian hingegen hatte eine Trollingtour und konnte mit Marlin, Sailfish, Tun und 2 Dorados glänzen. 

Mervin war dann auch heute wieder mit der Gruppe, die ich eben noch kennenlernte, zum jiggen. Erneut kamen wie an den Vortagen um die 100 Fische zum Vorschein. Die Angler, die schon etliche in der Hinsicht angesagte Ecken befischt haben, sind sehr begeistert. Bei den Fängen kein Wunder. Haben auch jede Menge genialer Fotos gemacht, hier noch eines.

Zu Guter bzw. eher schlechter Letzt: Grosses Thema ist hier momentan die bereits kurz angesprochene Algenblüte. Das Phänomen samt Fischsterben trat in der vergangenen Woche auch an anderen Stellen auf. Zunächst war unklar, ob die Algen lediglich Sauerstoff entziehen, oder selbst toxisch sind. Entsprechende Laborergebnisse liegen aber mittlerweile vor, giftig scheinen sie nun doch nicht zu sein. Das ist schonmal eine gute Nachricht, nicht zuletzt aus dem kulinarischen Blickwinkel. Bei Interesse gibt es hier einen Bericht der Seychelles News Agency in englischer Sprache. 


14. Oktober 2015

Der Oktober ist hier auf den Seychellen in normalen Jahren ja einer der besten Trollingmonate, und gestattet bei normaler Wetterlage auch schon mal die eine oder andere Tour zum poppern und jiggen. Das liess sich auch alles halbwegs vernünftig an, und gleich am 01. ging es genau dafür mit Kumpel "Maxima-Rolf" mit Mervin (Divinity) hoch zum nördlichen Drop. Bischen rauh war es allerdings für diese Angelei mit guten 10-12 Knoten Wind aus Südost. Dazu gab es auch eine Welle, die anfangs das Auffinden der Füsiliere bisschen schwierig machte, aber letztendlich fand Mervin sie dann doch. So dauerte es auch nicht lange bis zu den ersten Bissen, und Rolf konnte sich gleich mal mit einem fetten Green Job warm machen.

Kurz darauf stieg ein sehr passabler Bluefin Trevally zu, der am schweren Gerät allerdings nicht viel entgegenzusetzen hatte.

Auch danach ging es munter weiter. Mervin hatte mal kurz einen dicken Doggie hinter dem Popper, aber der wollte nicht zuschnappen. Stattdessen kam als Nächstes mal ein eher unerwünschter Hai ans Band, und konnte nach einer kleinen OP glücklich releast werden.

Ziemlich spannend waren die Bohar Snapper, die teils als kleine Trupps hinter den Poppern herjagten, und 2 blieben auch hängen. Hier Rolfs Grösserer, perfekt präsentiert von Mervin.

Dazu kamen weitere Jobfish, und in dem flachen Wasser zwischen 15 und 25m liessen sich auch noch einige Fische mit Jigs einsammeln. Am späten Vormittag war dann aber richtiges jiggen angesagt. Keine ganz einfache Übung, da das Boot mit rund 2,5 Knoten trieb, und die Kanten eben doch sehr steil sind: Von der Starttiefe um 80m dauerte es dann nicht lange bis zur 250m-Marke, und um dort noch zu fischen, wären ultraschwere Eisen angesagt gewesen. Eine solche Folter war aber zum Glück nicht nötig, denn im beschriebenen Tiefenfenster biss es doch sehr anständig. Dass nach dem üblichen Jobfish zum Einstieg gleich mal ein paar schöne Amberjacks, sogar im Doppeldrill, hochkamen, war natürlich erfreulich.

Insgesamt waren es in den Stunden ein halbes Dutzend, und auch ebensoviele Doggies kamen ans Licht. Da hat Mervin irgendwie den Bogen raus, aber auch Rolf konnte einen erwischen, und freute sich.

Zwischendurch stiegen auch immer wieder andere Arten ein, wie ein kleiner aber hübscher roter und die üblichen braunen Grouper (hier Makonde genannt), Black Trevallies, Jobfish usw. Auch wenn sich einige "Stammgäste" wie Rosy Jobfish nicht blicken liessen, war Rolf doch äusserst angetan. Sein Statement, dass die Jiggerei hier klar besser sei als auf den von ihm rund 20 mal befischten Malediven - einfach mehr und grössere Fische -, ist natürlich Wasser auf meinen Mühlen. Zum guten Schluss und schon weit auf dem Rückweg auf dem Plateau wurde dann nochmal kurz eine Struktur bearbeitet, umd eventuell noch ein paar Yellowtail Trevallies zu finden. Die waren zwar nicht da, aber aus ein paar anderen Fängen ragte noch dieser Bluefin Trevally heraus.

Leider hatte ich ein paar Probleme mit den Kamerabatterien, aber trotzdem ist das Video zu diesem Trip glaub ich ganz überzeugend geworden - hier zu sehen. In den Folgetagen war das Wetter zumindest trollingtauglich, und das wurde auch nach Kräften genutzt. Martin (Venture) hatte am 02. eine Tour, die mit Bonitos und 2 Wahoos sowie jeder Menge Humorbedarf endete. Kann ich verstehen bei 10 oder 11 Sails im Spread, die aber alle nur gucken wollten. Island Star räumte am 04. nur knapp unterhalb der Südspitze Mahes in 3h richtig ab: Dorado, Wahoo, Tun, dazu 2 Sails und einen kleinen Marlin von rund 65kg releast. 

Auch Kumpel Jan fischte am selben Tag ein bisschen ab Mahe und meldete einen Wahoo und einen Sail. Faizal hatte ich zum Geburtstag gewünscht, dass er dieses Jahr endlich seinen Grander würde in die Arme schliessen können, aber wie nah er dem schon eben an seinem Ehrentag kommen würde, war natürlich nicht zu ahnen. Irgendwas nahm einen gehakten Tun, und nach einer halben Stunde Drill waren sie eigentlich sicher, dass das ein grosser Hai sein müsste. Dann kam der Fisch aber hoch, entpuppte sich als wirklich grosser Marlin von geschätzten 400kg, und schüttelte Tun samt Haken im zweiten Sprung ab. Dass etwas später noch ein weiteres Exemplar um 300kg ebenfalls entkommen konnte, war natürlich auch bitter, aber von diesem gibt es zumindest dieses tolle Foto.

Am Montag, dem 05. wollte ich eigentlich aufgrund knapp tauglich scheinender Bedingungen poppern und jiggen, aber kam nicht aus dem Quark. Mervin schleppte 2h hinter Marianne, sah viele Sails, fing einen Kleinen, und verlor einen ebenfalls kleinen Marlin. Simon (Island Rhythm) war in der gleichen Ecke unterwegs und meldete 6 ordentliche Dorados sowie einen weiteren Sail. Greg (Pipsqueeek) war mit seinem Bruder zum Grundangeln draussen und sie schleppten auf dem Weg 2 Leinen, um Bonitos als Köder zu fangen. Sie erwischten aber keinen einzigen, sondern fingen stattdessen einen Dorado und einen Wahoo, der dann teilweise als Ködermaterial herhalten musste. Ein Sail liess sich blicken, nahm aber nicht. Am Dienstag kam ich dann auch in die Hufe, aber 2 Stunden poppern brachten nur einen Hai ans Band, der beim Releaseversuch leider auch noch den Popper mitnahm. 

Das Jiggen musste ich nach kaum einer Stunde gegen 10:00 Uhr leider abbrechen, denn das Wetter verschlechterte sich massiv. Dass aus Osten eine sich über den gesamten Horizont erstreckende Starkregenfront aufzog, hätte ich noch verdaut, aber der Wind nahm ebenfalls heftig zu. Die Bootsdrift wurde immer rasanter, und als das GPS irgendwann über 3 und dann sogar 4 Knoten anzeigte, war es einfach hoffnungslos - also Rückmarsch. Seither blieb das Wetter eher übel mit häufigen Starkregenfällen und südöstlichen Winden von zumeist um oder über 15 Knoten. In der Phase fischte nur noch Simon ein paar Mal mit einem offensichtlich wetterfesten Gast. Dabei kam dann neben den üblichen bunten Tüten kleinerer Gamefish auch noch der eine oder andere Sail herum, und ein Marlin ging verloren. Von Sergio aus der Schweiz, den ich in den vergangenen Monaten per Mail hier und da bei seinen Vorbereitungen eines Katamarantrips mit Infos unterstützt hatte, kamen aber noch ein paar Meldungen. Beim von diesem Booten üblichen Trolling mit 2 Ruten zwischen den Inseln konnte nicht nur zwischen den üblichen Bonitos ein ansehnlicher Dorado, sondern auch ein Sail gefangen werden, der netterweise releast wurde. Klasse! Und von einem deutschen Angler, der derzeit ab La Digue fischt, erfuhr ich gerade noch von 2 verlorenen Sails gestern und einem Gelandeten heute. Mehr hat sich glaub ich in den Tagen nicht getan, aber aufgrund anderer Verpflichtungen war ich auch nicht ganz am Ball. Gegebenenfalls Entgangenes und Erwähnenswertes wird nachgereicht. Aktuell steigt die Anspannung hinsichtlich des Wetters sukzessive, den in einer guten Woche steht das Turnier von La Digue an - mit nochmals verlängerter Angelzeit auf nun derbe 26 Stunden. Da wäre halbwegs ruhiges Wetter natürlich gerade für die kleineren Boote extrem wichtig, aber eine Prognose ist nicht zu stellen. Das vor Ort aktuell vieldiskutierte und auch in diesem Format bereits angesprochene El Nino Phänomen, das dieses Mal wohl besonders stark ausfallen soll, stellt offenbar alles auf den Kopf.


Die früheren Berichte finden sich im Archiv.

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